WALD AN B96

Angeblicher Wolfs-Angriff auf Joggerin wird untersucht

In Großpostwitz in Sachsen soll ein Wolf eine Joggerin angegriffen haben. Der Vorfall wird nun geprüft.
Im sächsischen Großpostwitz will eine Joggerin eine unheimliche Begegnung mit einem Wolf gehabt haben (Symbolbild).
Im sächsischen Großpostwitz will eine Joggerin eine unheimliche Begegnung mit einem Wolf gehabt haben (Symbolbild). Klaus-Dietmar Gabbert
Großpostwitz ·

Im sächsischen Großpostwitz will eine Joggerin eine unheimliche Begegnung mit einem Wolf gehabt haben. Seine Tochter sei allein einen Wanderweg entlanggelaufen, als sie ein Krachen gehört habe, sagte der Vater der Frau dem Sender Radio Lausitz. Sie habe zunächst vermutet, dass sie eine Rotte Wildschweine aufgescheucht habe. „War aber nicht der Fall”, so der Vater weiter, der nach eigenen Angaben auch Jäger ist.

„Sie blieb stehen, von links kam ein Wolf aus dem Bestand, nach ihrer Auffassung ein besenderter Rüde, und fuhr ihr mit dem Haupt von links zwischen die Beine”, schildert der Vater der Joggerin den Vorfall, der sich bereits Ende April ereignet haben soll. Daraufhin habe die Frau laut geschrien und der Wolf sei in Richtung Wald geflüchtet. Der Jäger vermutet, dass der Wolf seine Beute habe verteidigen wollen.

Er habe den Landrat des Kreises Bautzen, Michael Harig, gebeten, den Vorfall untersuchen zu lassen, da das Raubtier auch schon von anderen – unter anderem von seinem Enkel – in der Nähe von Häusern gesehen worden sei, sagte der Mann in dem Radio-Interview weiter.

 

 

 

Tier trug Halsband

Landrat Michael Harig sagte Radio Lausitz, dass er unmittelbar nach dem Eingang der Anzeige zu dem Vorfall seine Mitarbeiter beauftragt habe, mit der Joggerin Kontakt aufzunehmen. Die Ärztin sei jedoch tagelang nicht zu erreichen gewesen. Erst am Montag habe er persönlich mit ihr gesprochen, so Harig. Sie habe ihm die Schilderung des Vaters bestätigt.

Die Wolfsexperten des Landes hätten ihm allerdings gesagt, dass es in Sachsen derzeit keine besenderten Wölfe gebe. Nach Darstellung der Joggerin habe das Tier ein Halsband getragen. Er zweifle nicht an der Glaubwürdigkeit der Frau, so Harig. „Der Vorfall hat sicherlich stattgefunden, ob es nun ein Hund oder ein Wolf gewesen ist, das kann ich von hier aus nicht beurteilen.” Seit dem Vorfall sei das Tier auch nicht wieder gesehen worden.

Auch die Fachstelle Wolf beim Sächsischen Umweltministerium bestätigte, dass es derzeit keine Wölfe mit Sendern in Sachsen gibt.

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