Hacker-Angriff

Anonymus hackt Attila Hildmanns Online-Kanäle

Telegramm, Website und Facebook – Der Verschwörungsprediger Attila Hildmann wurde Opfer von einem Cyberangriff. Die Hacker haben laut eigenen Angaben brisantes Material von Hildmann gefunden.
dpa
Auf Demonstrationen provoziert der Berliner Vegan-Koch Attila Hildman gerne mal. Nun wurde er Opfer eines Cyberangriffs.
Auf Demonstrationen provoziert der Berliner Vegan-Koch Attila Hildman gerne mal. Nun wurde er Opfer eines Cyberangriffs. Kay Nietfeld
Berlin

Mehrere Online-Kanäle des rechtsradikalen Kochbuch-Autors Attila Hildmann wurden von Hackern übernommen. Auf seiner Webseite prangt ein Banner des Hackerkollektivs „Anonymous”. Auch Hildmanns Telegram-Kanal enthält eine Nachricht von Anonymous. Das Hackerkollektiv hat in einem Blogbeitrag die Übernahme der Kanäle für sich reklamiert und behauptet, im Besitz zahlreicher E-Mails von Hildmann zu sein.

Dem Bekennerschreiben zufolge soll ein ehemaliger Vertrauter Hildmanns die Zugriffsdaten zur Verfügung gestellt haben. Der Verschwörungserzähler Hildmann bestätigte die Übernahme seiner Kanäle in einer Sprachnachricht auf einem weiteren Telegram-Kanal, der ihm zugeordnet werden kann.

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Anonymus bekennt sich zum Angriff

In dem Bekenner-Beitrag schreibt Anonymous auf der Internetseite anonleaks.net zudem, das Kollektiv sei im Besitz von Bildern, die den Vorwurf untermauern würden, dass der Haftbefehl gegen Hildmann aus der Berliner Justiz durchgestochen worden sei. Die Berliner Staatsanwaltschaft hatte im Mai 2021 mitgeteilt, dass gegen Unbekannt wegen Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt werde. Es werde vermutet, dass Informationen über einen Haftbefehl gegen Hildmann aus den eigenen Reihen unzulässig weitergereicht wurden.

Gegen Hildmann wird auch wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Im Juli teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit, dass ein Ende der Ermittlungen nicht abzusehen sei. Es kämen auch neue Verdachtsfälle durch aktuelle Äußerungen im Internet hinzu, sagte eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft. Es gebe keinen Stillstand in dem Ermittlungsverfahren.

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Haftbefehl gegen Hildmann steht aus

Ein Haftbefehl gegen Hildmann kann nicht vollstreckt werden – er soll zuletzt in der Türkei gewesen sein. Der 40-Jährige hat laut Staatsanwaltschaft neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft.

Früher als veganer Kochbuchautor und Fitness-Guru bekannt, nennt Hildmann sich inzwischen selbst „ultrarechts” und einen Verschwörungsprediger. Er trat bei Protesten gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf. Seine Äußerungen lösten Kritik und Entsetzen aus – etwa bei seinem Kochbuch-Verlag, der die verlegerische Zusammenarbeit schon vor Jahren einstellte.

Hildmann predigt Hass im Netz

Seit dem Sommer 2020 fiel Hildmann auf dem Messenger-Dienst Telegram mit immer unverhohlenerem Judenhass auf. Er postete wiederholt Hakenkreuze, leugnete den Holocaust und überzog Personen des öffentlichen Lebens mit antisemitischen Schmähungen. „Ich bin Nationalsozialist”, schrieb er im Mai dieses Jahres.

„Anonymous” wird immer wieder mit spektakulären Hacker-Angriffen in Verbindung gebracht. Kennzeichen von Anonymous ist eine Maske aus dem Comic und der Filmadaption "V wie Vendetta", die das Gesicht des britischen Verschwörers Guy Fawkes darstellen soll.

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Kommentare (2)

Und die ganzen Mitläufer, laufen jetzt jemand anderen hinter her. Dämliche Schlafschafe.

Dieser Typ ist einfach nur widerlich !🤮