Besonders die Corona-Krise zeigt laut dem AOK-Verbandschef Martin Litsch, dass es in Deutschland zu viele Kliniken gebe.
Besonders die Corona-Krise zeigt laut dem AOK-Verbandschef Martin Litsch, dass es in Deutschland zu viele Kliniken gebe. (Symbolbild) Paul Zinken
Corona-Krise zeigts

AOK-Verbandschef kritisiert „Überangebot an Kliniken”

Bisher seien 70 Prozent der Corona-Patienten in 25 Prozent der Krankenhäuser behandelt worden. Deutschland hat zu viele Kliniken, schlussfolgert daraus der Chef des AOK-Bundesverbandes.
dpa
Berlin

Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, sieht die Erfahrungen in der Corona-Pandemie als Beleg dafür, dass jede vierte Klinik in Deutschland nicht notwendig sei. „Die Pandemie hat gezeigt, dass der Satz aktueller denn je ist”, sagte Litsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag) mit Blick auf eine Ende 2018 gegebene Einschätzung. „Wir brauchen mehr Spezialisierung und mehr Zentralisierung.” Gerade in Ballungszentren bestehe nach wie vor ein Überangebot an Kliniken.

Bisher seien 70 Prozent der Corona-Patienten in 25 Prozent der Kliniken behandelt worden. „Die Patienten wurden und werden in großen Krankenhäusern versorgt, die Spezialisten haben, die notwendige intensivmedizinische Ausstattung und schlicht genug Platz, um Isolierstationen einzurichten. Damit wären kleine Häuser einfach strukturell überfordert”, argumentierte Litsch. „Für Corona-Patienten war diese zentralisierte Krankenhausbehandlung jedenfalls ein Segen.”

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Es gehe aber auch nicht darum, jedes kleinere Krankenhaus gleich zu schließen. Die Notfall- und Grundversorgung müsse selbstverständlich in der Fläche gewährleistet werden. „Aber nicht alle Kliniken müssen alles anbieten”, mahnte der AOK-Bundeschef. Außerdem komme auch eine Umwandlung zum Beispiel in ambulante Gesundheitszentren in Frage. Er sei sicher, dass durch die Pandemie auf allen Ebenen ein Umdenken eingesetzt habe.

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