RUNDFUNKBEITRAG

ARD und Co wollen Flutopfer nicht zur Kasse bitten

In den Hochwasser-Gebieten haben viele Menschen alles verloren. Auch Fernseher, Radio und Computer. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk will den Opfern beim Beitrag entgegenkommen.
dpa
17,50 Euro pro Haushalt und Monat werden für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk fällig. Im Katastrophengebiet
17,50 Euro pro Haushalt und Monat werden für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk fällig. Im Katastrophengebiet soll es schnell unbürokratische Möglichkeiten geben, sich davon befreien zu lassen. Nicolas Armer
Köln ·

Flutopfer können unter bestimmten Voraussetzungen ab sofort von ihren Rundfunkgebühren befreit werden. ARD, ZDF und Deutschlandradio hätten sich auf unbürokratische Entlastungen geeinigt, teilte die Verwaltungsgemeinschaft am Sonntag mit. Gebührenzahlende, deren beitragspflichtige Wohnungen, Betriebsstätten oder Kraftfahrzeuge aufgrund von Hochwasserschäden nicht mehr nutzbar seien, könnten beim Beitragsservice eine Abmeldung ihres Kontos beantragen.

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Für Abmeldung ist kein Nachweis nötig

Konkret gelten demnach folgende Regeln: Sind eine Wohnung, eine Betriebsstätte oder ein Auto nur vorübergehend nicht nutzbar, besteht für diesen Zeitraum die Möglichkeit einer befristeten Abmeldung des entsprechenden Beitragskontos. Dafür reiche ein Anruf aus.

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Wurden die Wohnung, Betriebsstätte oder das Fahrzeug vollständig zerstört und sind nicht mehr zu gebrauchen, endet die Beitragspflicht, und das Konto kann umgehend abgemeldet werden. Dazu reiche eine kurze schriftliche Mitteilung an den Beitragsservice, teilte die Kommunikationsabteilung mit.

Eine dauerhafte Abmeldung sei ohne Nachweise möglich. Allerdings prüfe der Beitragsservice in beiden Fällen auf Basis offizieller behördlicher Informationen, ob es sich bei dem Konto tatsächlich um eine potenziell betroffene Adresse handele.

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Befreiung funktioniert auch rückwirkend

Eine Abmeldung ist den Angaben zufolge bis zu sechs Monate rückwirkend zum 1. Juli 2021 möglich. Betroffene Beitragszahler hätten also bis Jahresende Zeit. Eventuell zu viel gezahlte Beiträge sollen erstattet werden. Darüber hinaus seien Vereinbarungen über einen Zahlungsaufschub möglich. Weitere Informationen sowie die notwendigen Online-Formulare sollten in Kürze im Internet veröffentlicht werden unter rundfunkbeitrag.de

„Der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio spricht allen Betroffenen, insbesondere jenen, die durch die Flut Angehörige verloren haben, sein Beileid aus und sichert eine zügige und unbürokratische Bearbeitung ihrer Anliegen zu“, hieß es in der Mitteilung.

 

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Kommentare (2)

... dies geschieht 5-12 Monate später....

völlig normales, das wenn man kein Haus ,Wohnung und Auto mehr hat keine Gebühren fällig sein können. Da muß die GEZ sich nicht als großer Gönner aufspielen. Besser wäre wenn die Intendanten
einen Teil Ihrer hohen Gage gespendet hätten.