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Atommüll-Zwischenlager sind laut BUND nicht sicher

Wohin mit dem Atommüll? Ein Endlager ist noch nicht in Sicht, im Jahr 2050 soll es aber in Betrieb genommen werden (Archivbild).
Wohin mit dem Atommüll? Ein Endlager ist noch nicht in Sicht, im Jahr 2050 soll es aber in Betrieb genommen werden (Archivbild).
Jens Wolf / dpa

Castorbehälter können nicht repariert werden, der Schutz vor Terrorgruppen ist ungenügend: Der BUND ist mit den aktuellen Atommüll-Zwischenlagern absolut nicht zufrieden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hält das aktuelle Konzept für die Zwischenlagerung von hochradioaktivem Atommüll für mangelhaft. In einer am Donnerstag veröffentlichten Studie heißt es, an allen Standorten fehlten nach Stilllegung der Atomkraftwerke Möglichkeiten zur Reparatur schadhafter Castorbehälter.

Trotz Nachrüstungen an einigen Gebäuden sei auch der Terrorschutz unzureichend. „Eine bewaffnete und entschlossene Terrorgruppe ist nach wie vor in der Lage, in die oberirdischen Zwischenlager einzudringen”, erklärte die Autorin der Studie, Oda Becker.

Zeitplan für Endlager

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger sagte: „Es muss Schluss sein mit einer Politik des Durchwurschtelns.” Angesichts zunehmender Sicherheitsrisiken sei ein breiter öffentlicher Diskurs darüber notwendig, wie die Zwischenlagerung des Atommülls weitergehen soll und ob eventuell verbesserte Neubauten die alten Lager ersetzen sollten.

Die Umweltschutzorganisation forderte die Bundesregierung zudem auf, einen „realistischen Zeitplan” für die Inbetriebnahme des geplanten Endlagers vorzulegen, für das noch ein geeigneter Standort gesucht werden muss. Schließlich bezweifelten inzwischen viele Experten, dass dieses Endlager tatsächlich 2050 in Betrieb genommen werden könne. Das bedeute aber, dass alle Behälter für die Zwischenlagerung deutlich mehr als 40 Jahre zur Aufbewahrung von Atommüll verwendet würden.