Rollender Zoo

Auto mit Känguru und Eule auf Autobahn unterwegs

Weil ein Mann unsicher auf der Autobahn bei Würzburg gefahren ist, fiel er Polizisten auf. Doch er war nicht betrunken. Er war quasi mit einem Zoo unterwegs.
dpa
Im Wagen fanden die Beamten neben einem Känguru zwei Eulen, sechs Nonnengänse und zehn Enten, wie ein Polizeisprecher mitteilte.
Im Wagen fanden die Beamten neben einem Känguru zwei Eulen, sechs Nonnengänse und zehn Enten, wie ein Polizeisprecher mitteilte. -
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Theilheim.

Einen rollenden Zoo hat die Polizei in Bayern bei einer Kontrolle auf der Autobahn 3 entdeckt. Im Wagen fanden die Beamten neben einem Känguru zwei Eulen, sechs Nonnengänse und zehn Enten, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Ein Autofahrer war den Beamten in der Nähe von Würzburg wegen unsicherer Fahrweise aufgefallen. Der 62-Jährige sagte, er sei Tierarzt und habe die Tiere in den Niederlanden und Belgien gekauft. Er wolle mit ihnen eine Zucht in Tschechien aufbauen. Da er für die Tiere keine Papiere und Impfbescheinigungen hatte, wurden sie sichergestellt.

Tiere durften nicht gestreichelt werden

„Ein Känguru frei in einem Auto – das ist schon ein ungewöhnlicher Fund”, sagte der Polizeisprecher. Wenn jemand Schlangenlinien fährt, würden die Beamten eher an Alkohol denken und nicht an einen halben Streichelzoo im Auto.

Die Autobahnpolizei brachte die Tiere für einige Stunden in ihrer Inspektion unter. Einige Kollegen kamen deshalb zu Besuch. Streicheln durfte die Tiere aber niemand, schließlich ist unbekannt, ob sie krank sind.

Känguru und Eule landen im Zoo

Das einen halben Meter große Bennett-Känguru und die Eulen wurden dem Nürnberger Zoo zur Quarantäne übergeben. Die Gänse und Enten kamen in einem Tierpark in Sommerhausen (Landkreis Würzburg) unter.

Ein Veterinär hat die Tiere begutachtet. „Der Zustand ist befriedigend”, sagte die Sprecherin des Landratsamtes Würzburg. Um das Känguru in den Zoo zu befördern, rief die Autobahnpolizei Kollegen der Hundestaffel: „In ihren Autos sind passende Boxen”, sagte der Polizeisprecher.

Fahrer hat kein Alkohol getrunken

Der tschechische Tierarzt durfte weiterfahren, nachdem die Polizei ihn vernommen und seinen Personalien festgestellt hatte. Warum er Schlangenlinien fuhr, blieb offen. Alkoholisiert war er laut Polizei nicht.

Ob er sich strafbar gemacht oder nur eine Ordnungswidrigkeit begangen hat, hängt laut Polizei davon ab, ob eines der Tiere unter Artenschutz steht. Es bestehe kein Zweifel, dass die Tiere ihm gehörten. Ob er sie zurückbekommt, stehe jedoch noch nicht fest.