Ein Feuer fegte durch Griechenlands größtes Flüchtlingslager Moria, das wegen Covid-19 unter Quarantäne g
Ein Feuer fegte durch Griechenlands größtes Flüchtlingslager Moria, das wegen Covid-19 unter Quarantäne gestellt worden war. Petros Giannakouris
Kommentar

Berlin ist nicht schuld am Drama in Moria

Es ist ein Drama, das sich in dem überfüllten Lager in Moria abgespielt hat. Doch die Vorwürfe gehen an die falsche Adresse, findet unser Kommentator Jörg Spreemann.
Athen

Griechenlands Ministerpräsident Mitsotakis spricht Klartext: Flüchtlinge haben aller Wahrscheinlichkeit nach das Großfeuer in Moria gelegt und Feuerwehren am Löschen gehindert. Damit ist für das Feuer in dem Lager nicht die Bundesregierung verantwortlich, wie es sich Geschäftsführer Burkhardt von pro Asyl ziemlich einfach macht.

Mehr lesen: Flüchtlingslager Moria auf Lesbos steht in Flammen.

Es ist ein Drama, das sich in dem überfüllten Lager abgespielt hat. Doch für das Chaos auf der griechischen Insel liegt die Ursache nicht in Berlin. Bundesinnenminister Seehofer trommelt seit Amtsantritt dafür, dass Flüchtlinge gerecht auf alle EU-Länder verteilt werden. Das stößt auf Widerstand in Osteuropa, auch deshalb, weil dort Flüchtlinge aufgenommen wurden, die in keiner Statistik auftauchen.

Mehr lesen: Eine Tote nach Streit in überfülltem Flüchtlingslager Moria

Tatsache ist: Die Aufnahmekapazitäten für Flüchtlinge in Europa sind begrenzt, erst recht in Zeiten der Corona-Pandemie, die den Regierungen alles abverlangt. Ist das Tor erst einmal geöffnet, zieht ein Sog neue Flüchtlingsströme an. Schnell könnte der Eindruck entstehen, dass sich eine Brandstiftung lohnt. Trotzdem gilt im Fall Moria: Nicht den Tätern, sondern deren Opfern, den obdachlosen Familien, steht jetzt humanitäre Hilfe zu. Schnelle Unterstützung vor Ort und die zügige Entscheidung über ihre Asylgründe.

zur Homepage