Feuer

Brandkatastrophe in Südeurpoa nimmt kein Ende

Erneut starben Menschen im Kampf gegen die verheerenden Feuer; viele Helfer sind am Ende ihrer Kräfte. Von Entspannung kann kaum die Rede sein.
dpa
Waldbrände wüten auf dem Berg Parnitha in Athen. Viele Helfer sind am Ende ihrer Kräfte.
Waldbrände wüten auf dem Berg Parnitha in Athen. Viele Helfer sind am Ende ihrer Kräfte. Lefteris Partsalis
Athen

Kein Ende der Feuersbrünste im Süden Europas: In Griechenland stehen große Teile der Insel Euböa und der Halbinsel Peloponnes in Flammen. In Italien meldeten die Einsatzkräfte am Samstagabend landesweit rund 800 Einsätze wegen Waldbränden; zwei Menschen sollen dort bei Feuern ums Leben gekommen sein. Auch in der Türkei waren sechs Brände weiterhin außer Kontrolle. Vielerorts war nachts aus der Ferne der rote Schein des Feuers zu sehen, roch es nach Rauch, regnete es Asche und herrschten Verwüstung und Verzweiflung.

Zwei Feuerfronten

Die Bilder aus dem Norden der zweitgrößten Insel Euböa schockieren: Mit allen Mitteln kämpften die Menschen dort die Nacht durch gegen die Flammen. Fast 500 Feuerwehrleute und zahllose Bürger waren im Einsatz. Die Anwohner versuchten, mit Traktoren Schneisen zu schlagen und das Übergreifen der Flammen auf ihre Häuser zu verhindern. In weiten Teilen ist der Strom ausgefallen und immer mehr Ortschaften werden evakuiert, während sich das Feuer über das dicht mit Pinien bewaldete Eiland frisst.

Der griechische Zivilschutzchef Nikos Chardalias sprach am Abend von zwei großen Feuerfronten auf Euböa und einer extrem schwierigen Situation im ganzen Land. Lediglich im Norden Athens schien sich die Lage zuletzt etwas zu entspannen. Allerdings seien die Einsatzkräfte in höchster Alarmbereitschaft, weil immer wieder neue Brände aufloderten, sagte Chardalias. Neben der Feuerwehr ist dort auch das Militär im Einsatz, um neue Großbrände zu verhindern.

Menschen sind am Ende ihrer Kräfte

Zunehmend erreichen auch Helfer aus dem Ausland Griechenland. Am Samstagabend kamen zwei Hubschrauber samt Besatzung aus Ägypten an. Hilfe wurde auch aus Polen, der Slowakei, Tschechien, Großbritannien, Katar und Kuwait zugesagt. Deutschland will 200 Feuerwehrleute und Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks schicken; am Sonntagmorgen sollen sich unter anderem knapp 60 Helfer aus Nordrhein-Westfalen auf den Weg nach Athen machen.

Die Hilfe ist dringend nötig, die Einsatzkräfte und die Bewohner der betroffenen Regionen sind nach über einer Woche Dauereinsatz am Ende ihrer Kräfte. Zunehmend machen sich deshalb Freiwillige aus anderen Landesteilen auf den Weg in die Krisengebiete, etwa in der Türkei, wo nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde Afad Tausende auf eigene Faust in die Brandgebiete reisen, um dort den Kampf gegen die Flammen zu unterstützen.

Auch in Italien ist die Feuerwehr im Dauereinsatz. Mehr als 180 Mal rückte sie Stand Samstagabend allein auf Sizilien wegen Waldbränden aus. Die beliebte Urlaubsinsel war damit am stärksten betroffen. Mehr als 100 Einsätze hatten die Retter zudem in Kalabrien im äußersten Süden Italiens und in Apulien an der Adria. In Kalabrien loderten die Flammen unter anderem in einem Nationalpark. Aus der Region meldete die Feuerwehr auch zwei Todesopfer, die bei den Waldbränden ums Leben kamen.

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