STÄDTE STATT NAMEN

Buchstabier-Alphabet soll reformiert werden

Ist bald Schluss mit „A wie Anton”? Im aktuellen Buchstabier-Alphabet stecken NS-Relikte und mehr Männer- als Frauennamen. Die geplante neue DIN-Norm könnte auch eine Stadt in MV berühmter machen.
dpa
„U wie Unna” und „X wie Xanten” könnte es künftig in Deutschland heißen, wenn am Telef
„U wie Unna” und „X wie Xanten” könnte es künftig in Deutschland heißen, wenn am Telefon buchstabiert werden muss. Der DIN-Verein, das „Deutsche Institut für Normung”, hat die Verwendung von Städtenamen anstatt der bisher üblichen Vornamen vorgeschlagen. (Symbolbild) Christoph Soeder
Berlin ·

„Berlin” statt „Berta”, „Cottbus” statt „Cäsar” und „Görlitz” statt „Gustav”? 26 Städte in Deutschland können sich über die mögliche Aufnahme ihres Namens ins Buchstabier-Alphabet der Verwaltung freuen, darunter acht Städte aus den ostdeutschen Bundesländern – wie die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern Schwerin – und die Region Vogtland.

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) arbeitet an einer neuen Fassung der Buchstabiertafel für Wirtschaft und Verwaltung mit Orts- statt Vornamen. Die DIN 5009 regelt, mit welchen Worten beim Diktieren Buchstaben verdeutlicht werden. Sie wird vor allem in Wirtschaft und Verwaltung genutzt, Rettungsdienste, Polizei oder Luftfahrt sind nicht betroffen. Verpflichtend ist die Nutzung nicht, sie kommt aber in Ausbildung und Lehrbüchern vor.

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Bisher 16 Männer- und nur sechs Frauennamen

Bislang werden vor allem Vornamen („D wie Dora”, „E wie Emil”) genutzt – und zwar 16 Männer- und nur sechs Frauennamen. „Das entspricht nicht der heutigen Lebensrealität”, teilte das Institut mit. Es sei nicht möglich, alle relevanten ethnischen und religiösen Gruppen und dann auch noch geschlechtergerecht ausgewogen darzustellen. Städtenamen seien ein guter Kompromiss.

In dem Entwurf setzt man vor allem auf Orte, die ein Autokennzeichen mit einem Buchstaben haben. Man habe versucht, alte und neue Bundesländer ausgleichend auszuwählen. Cottbus (für C) und Chemnitz (für CH), Görlitz, Jena, Leipzig, Potsdam, Schwerin (für Sch) und Zwickau vertreten im Entwurf die Bundesländer im Osten. Dazu kommt mit „Vogtland” die einzige Region unter den Bezeichnungen und auch Berlin beim Buchstaben B. Sachsen-Anhalt, das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bremen und Hamburg gehen nach derzeitigem Stand leer aus.

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Bei „Eszett” und „Ypsilon” bleibt es bei der einfachen Bezeichnung der Buchstaben. Die Umlaute heißen nicht mehr „Ärger”, „Ökonom” und „Übermut”, sondern Umlaut-A, Umlaut-O und Umlaut-U.

Relikte aus der Zeit der Nationalsozialisten

Viele Städte zeigten sich erfreut: „Vom damit verbundenen Bekanntheitsgrad würden wir als vergleichsweise kleine Stadt besonders profitieren”, hieß es aus Tübingen, das künftig für „T” stehen könnte.

Das DIN arbeitet schon seit vergangenem Herbst an den neuen Diktierregeln. Ausgelöst hat die Reform Michael Blume, Baden-Württembergs Antisemitismusbeauftragter. Ihn stört, dass in der aktuellen Tafel noch immer Relikte aus der Zeit der Nationalsozialisten stecken. Die hatten 1934 alle jüdischen Namen entfernt: Aus David wurde Dora, aus Nathan Nordpol, aus Samuel Siegfried. Zwar wurde die Tafel nach 1945 einige Male überarbeitet. Doch Nathan blieb draußen, Nordpol drin – jetzt könnte daraus Nürnberg werden. Die Stadt teilte mit, gerade aus der Geschichte der Stadt heraus begrüße man den Vorstoß.

Die Ende Juli vorgestellte Fassung mit den Ortsnamen ist ein Entwurf, Interessierte können sich noch mit Ideen und Kommentaren an die Behörde wenden. Die endgültige Fassung wird Mitte 2022 erwartet.

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So sieht der aktuelle Entwurf aus

Die Städte in dem Entwurf sind: Augsburg, Berlin, Cottbus, Chemnitz (für Ch), Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Görlitz, Hannover, Iserlohn, Jena, Köln, Leipzig, München, Nürnberg, Oldenburg, Potsdam, Quickborn, Regensburg, Stuttgart, Schwerin (für Sch), Tübingen, Unna, Wuppertal, Xanten, Zwickau.

Dazu kommt mit „Vogtland” eine Region.

Insgesamt sind es 32 Buchstaben und Buchstabengruppen: eben auch Umlaut-A, Umlaut-O und Umlaut-U sowie „Eszett” und „Ypsilon”.

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Kommentare (14)

🙄 Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht. Statt Otto soll ich also jetzt Oldenburg sagen und statt Ida Iserlohn. Bloß weil da jemand meint, sein Geltungsbedürfnis ausleben zu müssen? Von mir aus können sie Villingen-Schwenningen für V festlegen, bei mir bleibt es bei Viktor.

Wenn sie nix besseres zu tun haben, 🤷🏻‍♂️von mir aus.

Es geht darum das vor der NS zeit das Alphabet u.a. mit S wie Sarah erklärt wurde. Diese wurden aufgrund ihrer jüdischen Herkunft durch das NS Regime verbannt und durch z.b. Siegfried ersetzt.
Ähnlich mit dem Sütterlin, einer urdeutschen Schrift, welche durch die Nazis verboten und durch Fraktur (eine britische Schriftart von Idioten und Dummen als Altdeutsch be zeichnet) ersetzt wurde.

...sicher die Geographiekenntnisse wenn die Schüler auch noch wissen wo die Städte liegen. Da das Alphabet ganz viele Buchstaben mit Nazibezug haben schlage ich vor diese aus dem Alphabet zu entfernen. Z.B. A wie Adolf oder G wie Göhring, H wie Hitler oder Himmler, geht gar nicht usw. usf. Man könnte dann A-wie A-Wort sagen, oder H-wie H-Wort. Dann weiß jeder was gemeint ist aber nicht ausgesprochen werden darf, wie das N-Wort, wo auch jeder weiß was oder wer gemeint ist.

Die berühmten deutschen Städte wie z.B. Iserlohn, C(K)ottbus, Xanten und Unna waren schon lange Alltagssprache und wurden oft in simplen Texten verschriftet, dass die Schreibweise dieser Namen so bekannt ist, wie der bunte Hund. Auch beim Fogtland kommt es nun nicht mehr zu Nazi-Verständigungsproblemen. Auf Umlaut-A, -O und -Ü wartete die Welt auch schon lange. Endlich werden sich die Deutschen wieder wohler fühlen.

Eine Postkarte eines gewissen Joh. Schliemann vom 22. März 1933 gab den Anlass zu einer Änderung der Buchstabiertafel im Sinne der NS-Ideologie.[10] Diese Karte wurde am 24. März mit folgender Notiz an die Oberpostdirektion Schwerin weitergeleitet:

„Anliegend wird ein Schreiben des hiesigen Teilnehmers Joh. Schliemann – 2155/56 – wegen Ausmerzen der in der Buchstabiertafel auf Seite 5 des Fernsprechbuches enthaltenen jüdischen Namen vorgelegt.“
Die Angelegenheit landete schließlich am 31. März 1933 auf dem Schreibtisch des Beamten Neugebauer, der einer Änderung aufgeschlossen gegenüberstand. Er veranlasste den Test nichtjüdischer Namen und am 22. April wurden die Änderungsvorschläge Dora, Julius, Nikolaus, Siegfried und Zeppelin veröffentlicht. Die befürchteten Reaktionen blieben nicht aus.

Ihr Dilettanten !

Wenn Sie schon Text von Wikipedia kopieren, sollten Sie Zitierregeln beachten. Wer hier wohl Dilettant ist? Auch wenn das hier nicht unbedingt gefordert ist, es ist ehrlicher. Und es sind auch nicht Ihre Gedanken, sondern die von anderen.

Was? Das ich keine Quellen angegeben habe und den Text kopiert habe, ändert nichts an der Wahrheit.
Dilettant.

Alles klar. Ich werden meinen Beitrag (oben) ganz sicher nicht wiederholen. Er ist immerhin mein geistiges Eigentum und nicht von Wikipedia, Sie Experte. ;-) ;-) ;-)

Lol. Ja es ist ein Wiki Eintrag. Ändert nichts an den Fakten. Lol.
Kuckkuck ist dann der Lügner vor dem Herrn weil er nur kopierte Links teilt. Jedes Geschichtsbuch besteht nur aus Lügen. Wenn der z.b. der NK die Dpa zitiert, Lüge. Wenn die afd Zahlen zu Flüchtlingen veröffentlicht die sie vom BAfM hat, ist das natürlich gelogen.
Rofl.
Kein wunder warum du nichts weisst, Schulbücher waren für dich nur Lügen.
OMG FTW

Schulzeit kamen Abschreiber immer auf die Eselsbank... husch, husch...

Wärst du mal in der Schule geblieben! Tanze deinen Namen.

haben recht. Leider war ich nie in einer Schule und tanzen kann ich auch nicht. Mir fehlt daher jegliche Bildung und Sie sind intellektuell im Vorteil.

Na geht doch. War doch gar nicht so schwer oder?