„Apokalyptisch”

Corona-Horror in Rumänien nimmt kein Ende

Intensivstationen quellen über, die Sterberate steigt und die Neuinfektionen nehmen kein Ende – eine Bukarester Ärztin beschreibt die Corona-Situation in ihrem Land als „apokalyptisch”.
dpa
Eine ältere Dame verlässt eine Apotheke, während das Land einen Rekord von 18.863 neuen Corona-Infektionen und
Eine ältere Dame verlässt eine Apotheke, während das Land einen Rekord von 18.863 neuen Corona-Infektionen und 574 Todesfällen an einem Tag bestätigt. Rumänien hat nach Bulgarien die zweitniedrigste Impfrate in der EU. Vadim Ghirda
Bukarest

In Rumänien verschärft sich die Corona-Notlage, weil das Gesundheitswesen kaum noch mit der Versorgung einer steil anwachsenden Zahl von Patienten fertig wird. Am Mittwoch sei die Sterberate durch das Coronavirus weltweit am höchsten gewesen: 19,01 pro eine Million Einwohner, errechnete das Portal ourworldindata.org. Die 14-Tage-Inzidenz von rund 859 Neuansteckungen gehört EU-weit zu den höchsten. Staatspräsident Klaus Iohannis wollte am Mittwochabend gemeinsam mit der Regierung verschärfte Vorsichtsmaßnahmen beschließen.

Allein in den vergangenen 24 Stunden sind in Rumänien mehr Menschen an oder mit Corona gestorben als in der gesamten EU im selben Zeitraum: 574. Im Bukarester Universitätsklinikum gab es deswegen zeitweise sogar im Kühlraum der Leichenhalle keinen Platz mehr.

Bukarester Ärztin beschreibt die Situation als „apokalyptisch”

Die Bukarester Ärztin Victoria Arama beschrieb die Situation als „apokalyptisch”. Covid-Patienten würden sich auf den Klinik-Korridoren gegenseitig wegschubsen, um an Sauerstoffgeräte zu kommen, sagte sie laut Medienberichten.

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1799 Corona-Patienten werden derzeit landesweit intensivmedizinisch behandelt – zum Teil auf Krankenhausfluren, in Containern, Zelten und Krankenwagen. Es gibt nur 1668 Plätze in Intensivstationen. 30 schwer kranke Patienten hat Rumänien bereits ins Nachbarland Ungarn geschickt.

WHO verspricht schnelle Hilfen für Krankenhäuser

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hilfen für Krankenhaus-Ausstattung versprochen sowie Beratung der Kommunikatoren zur Förderung der Impfbereitschaft, die in Rumänien zu den niedrigsten in der EU gehört. Nur 34,8 der Rumänen haben den vollen Impfschutz. Als mitverantwortlich dafür gelten Verschwörungstheoretiker in Medien, Showbusiness und der rumänisch-orthodoxen Kirche.

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Zugleich werden Vorsichtsregeln nur lückenhaft überwacht. Jüngst hielt die bürgerliche Regierungspartei PNL in Anwesenheit des Staatschefs Iohannis einen Parteitag mit 5000 Delegierten ab. Die Polizei verhängte nachher für PNL ein Bußgeld wegen Verletzung der Abstandsregeln und Maskenpflicht.

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