FALL IN DEUTSCHLAND

Coronavirus-Patient steckte sich bei Webasto-Fortbildung an

In Deutschland ist der erste Coronavirus-Fall bestätigt worden. Der Mann aus Bayern soll sich bei einem chinesischen Gast der Firma Webasto, die auch ein Werk in Neubrandenburg hat, angesteckt haben.
Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland soll sich bei einem chinesischen Gast der Firma Webasto angesteck
Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland soll sich bei einem chinesischen Gast der Firma Webasto angesteckt haben. Peter Kneffel
In Deutschland ist der erste Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden.
In Deutschland ist der erste Fall des neuartigen Coronavirus bestätigt worden. Sven Hoppe
München.

Der erste bestätigte Coronavirus-Patient in Deutschland hat sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt. Die Frau aus China sei zu einer Fortbildung bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern gewesen, erfuhr die dpa am Dienstag aus Kreisen der Gesundheitsbehörden. Ob auch Mitarbeiter aus dem Webasto-Werk in Neubrandenburg bei der Fortbildung waren, ist noch unklar.

Wegen der Lungenkrankheit wollen immer mehr Länder ihre Staatsangehörigen aus den besonders betroffenen Regionen in China zurückholen. Auch die Bundesregierung erwägt, ausreisewillige Deutsche aus China auszufliegen. Eine mögliche Evakuierung werde in Betracht gezogen, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD).

Mehr als 100 Tote

Das Virus kann eine Lungenkrankheit auslösen, an der im Hauptverbreitungsland China bereits mehr als 100 Menschen gestorben sind - die meisten davon waren ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen.

Noch am Dienstagvormittag wollten die Behörden in Bayern über Einzelheiten des Falles informieren. Auch Webasto kündigte für den Vormittag eine Stellungnahme an. Webasto ist ein großer Zulieferer für die Autoindustrie mit 13 400 Mitarbeitern und einem Umsatz von 3,4 Milliarden Euro im Jahr 2018. Weltweit hat das Unternehmen aus dem oberbayerischen Stockdorf mehr als 50 Standorte.

Besonders an dem Fall in Bayern ist, dass damit wohl erstmals weltweit eine Ansteckung zwischen nicht eng Verwandten in einem Land außerhalb Chinas nachgewiesen wurde. Bisher handelte es sich bei fast allen der rund 50 erfassten Infektionen in Frankreich, den USA, Thailand und anderen asiatischen Ländern um importierte Fälle. Die Betroffenen hatten sich bei einer Reise nach China infiziert. Lediglich ganz vereinzelte Fälle von Ansteckungen zwischen engen Familienangehörigen wurden bekannt, aber keine Übertragungen etwa auf Klinikpersonal, Arbeitskollegen oder Zufallskontakte.

Coronavirus-Patient isoliert

Der Patient in Bayern befindet sich nach Angaben der "Task Force Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) klinisch in einem guten Zustand, wie es in einer Mitteilung vom späten Montagabend hieß. "Er wird medizinisch überwacht und ist isoliert."

Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist auf mehr als 4500 gestiegen, nachdem das chinesische Staatsfernsehen am Dienstag einen Sprung um mehr als 1700 Fälle im Vergleich zum Vortag meldete. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei habe es auch 24 weitere Todesopfer gegeben, so dass landesweit mindestens 106 Menschen an der Lungenkrankheit gestorben seien.

Das neue Virus 2019-nCoV stammt ursprünglich vermutlich von einem Markt in der chinesischen Millionenstadt Wuhan, wo es wohl von dort gehandelten Wildtieren auf den Menschen übersprang. Eine schützende Impfung oder eine spezielle Therapie zur Behandlung der Erkrankung gibt es nicht. Die Symptome - darunter trockener Husten, Fieber und Atemnot - können aber mit Medikamenten abgemildert werden.

Ein Verdachtsfall in Rostock hatte sich zuletzt nicht bestätigt.

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Kommentare (1)

Wäre ja auch schlimm, wenn wir als kleine norddeutsche Gemeinde nicht in der großen Weltpolitik mitmischen könnten.
Um auf uns aufmerksam zu machen sollten wir bei UNO und Co. den Antrag auf Umbenennung stellen: z.B. Neubrandenburger Webasto-Virus...