Wachsen lassen

Darum sollten wir Moos in Gärten und Städten lieben

Wer schonmal versucht hat, die weiche Pflanze zu bekämpfen, wird festgestellt haben, dass sie erstaunlich stark ist. Biologe Michael Altmoos und die Zeitschrift Geo raten: Mach Dir das Moos zum Freund.
So schön kann Moos sein, hier an der Bäk in Carwitz. Trotzdem bekämpfen viele Hobbygärtner die Pflanze.
So schön kann Moos sein, hier an der Bäk in Carwitz. Trotzdem bekämpfen viele Hobbygärtner die Pflanze. Susanne Böhm
Neubrandenburg

Moos. In so ziemlich jedem Garten dürfte es vorkommen. Obwohl es hübsch grün und weich ist, können viele Hobbygärtner die in rund 16.000 Arten existierende Pflanze nicht leiden. Englischer Rasen soll es sein. Da hat Moos nichts zu suchen.

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Nicht wenige Gartenbesitzer haben dem Moos den Kampf angesagt, beseitigen es mit viel Zeit- und Kraftaufwand oder mit Chemie. Doch das ist ein Fehler, sagte der Ökologe und Buchautor Dr. Michael Altmoos der Zeitschrift Geo. Bevor man zu Gift, Vertikutierern oder Harke greift, solle man einiges bedenken, teilt die Geo mit.

Es ist wichtig fürs Ökosystem

Moos leiste nämlich geradezu Unglaubliches. „Es filtert Staub wie keine andere Pflanze, es speichert Wasser und dient als natürliche Klimaanlage. Auch Schadstoffe aus der Luft kann Moos binden. Und als Lebensraum dienen Moospolster vielen kleinen Tieren, von denen größere abhängen. Denn auch im Garten gilt: Alles ist miteinander verbunden”, berichtet die Geo.

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Wer sich neugierig auf Moose einlasse, entdecke „die wunderbare Schönheit und Vielfalt der unterschiedlichen Arten”, ja regelrechte „Mini-Paradieslandschaften, ganz klein und in Hunderten Grüntönen”. Dies seien „Stellwerke im Kreislauf der Natur.”

Außerdem seien Moose „Meister der Wiederauferstehung. Sie können austrocknen und nach dem nächsten Regen wieder vital sein. Sie sind genügsam und voller Zukunft”. Man solle Moos in Ehren halten, nichts anderes habe es verdient. Michael Altmoos und die Zeitschrift raten allen, die sich fürs Gärtnern und Natur interessieren, speziell auf Moose zu achten. Sie seien fast überall zu finden in Gärten, auf dem Land und in Städten. „Die Welt ist ein Moosgarten”, zitiert die Geo aus dem Buch „Der Moosgarten. Naturnah gestalten mit Moosen” des Biologen aus Rheinland-Pfalz.

Entfernen lässt es sich sowieso nicht

Wer Moos entfernen wolle, tue weder sich, noch seinem Garten einen Gefallen, denn er habe keine Chance. Selbst wenn das Moos scheinbar vernichtet sei, komme es durch Sporen in der Luft zügig und immer wieder zurück. „Moos ist stärker als Menschen”, zitiert die Geo Michael Altmoos. Man solle sich lieber gut stellen mit der Pflanze.

Wenn Moos dort wächst, wo Menschen gehen müssen, auf Treppen, Rampen oder Gehwegen, könne es allerdings zur eisglatten Unfallquelle werden. Hier könne es mit „Schrubberkraft” entfernt werden. Kaum betretbare Treppenränder könnten aber mit Moos bewachsen bleiben. Das sehe „wunderschön” aus. Genauso sinnlos sei es, Moos aus Ritzen und Fugen in Wegen zu kratzen. Dort störe es nämlich keinen Menschen, sei dekorativ und auch noch ökologisch wertvoll.

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Kommentare (1)

Mehr Moos! So viel Energie und Zeit wird für das Kunstprodukt Rasen aufgewendet. Bis auf die Optik entsteht kein nennenswerter Mehrwert. Und wenn schon keine Wiese dann ist es gut zu wissen, dass Moos funktioniert.