2G ODER 3G

Das erwartet Ungeimpfte in den verschiedenen Bundesländern

Geimpft und genesen oder reicht auch getestet? Diese Fragen entscheiden die Bundesländer für jeweils für sich. Wo bereits die 2G-Regel gilt und welches Bundesland weitere Einschränkungen plant:
Ob Getestete Eintritt in Restaurants erhalten, ist Sache der Bundesländer. Einige Länderchefs haben sich klar gegen
Ob Getestete Eintritt in Restaurants erhalten, ist Sache der Bundesländer. Einige Länderchefs haben sich klar gegen ein 2G-Modell ausgesprochen, in anderen gilt es schon oder wird gerade eingeführt. Sven Hoppe
Berlin ·

Die Bundesregierung arbeitet weiter an der Eindämmung der vierten Corona-Welle. Um das Ziel zu erreichen, wächst der Druck auf die Ungeimpften langsam. Bundeskanzleramtsminister Helge Braun (CDU) schloss bereits am Dienstag nicht aus, künftig Lockdowns nur für Impfverweigerer zu verhängen. Doch ob künftig nach der 2G-Regel, also Zutritt zu Geschäften, Kinos und Restaurant nur für Geimpfte und Genesene verfahren wird oder ob auch Getestete zugelassen sind (3G-Regel), entscheiden die Bundesländer im Einzelnen.

In vielen Teilen Deutschlands wird bereits offen über weitere Einschränkungen diskutiert, andere Ministerpräsidenten haben sich klar gegen eine Ausgrenzung von Ungeimpften ausgesprochen. In welchem Bundesland 2G oder 3G gilt und welche Maßnahmen noch geplant sind, hat der Nordkurier aufgelistet.

Mecklenburg-Vorpommern

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich bereits Ende August klar positioniert und eine „G-Regelung ausgeschlossen für ihr Bundesland. „Ich denke, dass wir weiter auf 3G setzen müssen”, sagte Schwesig damals dem Radiosender Bayern 2. „Wir haben ein Ampelsystem entwickelt, was nicht allein die Inzidenz, sondern auch die Krankenhausbelastung, die Intensivstationsbelastung und auch den Impffortschritt berücksichtigt.” Mecklenburg-Vorpommern hat laut dem RKI aktuell die drittniedrigste Inzidenz mit 37,8 (Stand 15. September).

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Brandenburg

Anders als im Nordosten plant Brandenburg bereits konkret die Einführung des 2G-Modells. Veranstalter und Betreiber können demnach nur Geimpften, Genesenen und Kindern bis 12 Jahren Zutritt gewähren, einzelne Corona-Auflagen sollen entfallen. Die neuen Regeln gelten ab Donnerstag in Kraft und sollen vorerst bis zum 13. Oktober gültig bleiben.

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Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sollen voraussichtlich an diesem Donnerstag strengere Corona-Regeln in Kraft treten, wie Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) in einer Pressemitteilung informierte. Damit bekommt das Land ein mehrstufiges Warnsystem, dass sich nach der Intensivbetten-Belegung richtet, ähnlich wie dem Modell in Mecklenburg-Vorpommern. In einer ersten Stufe hätten etwa Ungeimpfte nur noch mit einem negativen PCR-Test Zugang zu bestimmten öffentlichen Bereichen. In einem zweiten Schritt hätten Ungeimpfte unter anderem keinen Zutritt mehr zu Restaurants, Kultur- und Sportveranstaltungen.

Bayern

In Bayern sind bereits neue Regeln in Kraft, die auch eine sogenannte „Krankenhaus-Ampel” als Indikator umfassen. 2G sei „theoretisch möglich und nicht verboten, aber nicht vom Staat vorgeschlagen”, hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Anfang September in einer Pressekonferenz gesagt.

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Berlin

Geimpfte und genesene Menschen in Berlin können in der Corona-Pandemie mit weiteren Erleichterungen rechnen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschloss der Senat am Dienstag die Einführung eines 2G-Optionsmodells: In etlichen Bereichen wie der Gastronomie oder bei Veranstaltungen können die Betreiber dann selbst entscheiden, ob sie den Zutritt zu Innenräumen nur Geimpften oder Genesenen (2G) oder auch Getesteten (3G) erlauben. Im Falle von 2G würden bisherige Corona-Einschränkungen wie Abstand oder Maske entfallen.

Bremen

In Bremen wird eine 2G-Regelung noch nicht umgesetzt. Immer mehr Bremer Gastronomen und Betriebe fordern diese inzwischen allerdings vehement. Sie wollen selbst entscheiden können, ob sie 2G oder 3G anwenden, ganz ähnlich, wie es die Nachbarländer Niedersachsen und Hamburg vorhaben. Der Bremer Senat vertagte allerdings am Dienstagnachmittag die Entscheidung darüber und hält vorerst an dem 3G-Modell fest, welches greift, wenn die Landesinzidenz an drei Tagen in Folge über 35 liegt.

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Hamburg

In der Hansestadt wurde als erstes öffentlich über die Einführung eines 2G-Modells diskutiert. Der Fußball-Zweitligist FC St. Pauli hat das Prinzip in seinem Stadion bereits umgesetzt. „Wir werden alles in 2G durchführen, wir halten es für unentbehrlich, dass die Impfung stattfindet. Es ist der beste Schutz und vor allem das Sozialste”, sagte St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich dem TV-Sender Sport1. Gastronomen haben ebenfalls die freie Wahl, ob sie in ihrem Betrieb die 2G- oder 3G-Regel einführen.

Hessen

Hessen setzt ebenfalls auf ein 2G-Optionsmodell neben der verpflichtenden 3G-Regelung in Innenstädten, wie Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) mitteilte. Ab Donnerstag können Gastronomen dann selbst entscheiden, ob sie nur getestete und genesene Personen einlassen und dafür auf einen Großteil der Corona-Auflagen verzichten können oder nicht.

Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen plant, die bestehende 3G-Regel weiterhin einzusetzen. Ein Grund dafür könnte sein, dass das Bundesland zuletzt schlechte Erfahrungen mit Lockerungen auf Basis der 2G-Regelung gemacht haben. Vor rund zwei Wochen feierten rund 380 Menschen auf einer 2G-Party in Münster. Nur Genesene und Geimpfte waren dort zugelassen. Im Nachhinein hatten sich bei der Party aber doch mehrere Dutzend Menschen mit Covid-19 infiziert. Die Zahl stieg zuletzt auf 72.

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Niedersachsen

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kündigte an, dass die 2G-Regel bei der Gastronomie, in der Kultur, auf Veranstaltungen oder im Sport angewendet werden können. Dies bedeutet Zugang nur für Geimpfte und Genesene, aber nicht für negativ Getestete. Dieses Modell gilt schon in Diskotheken.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz setzt auf eine Corona-Ampel mit drei Warnstufen. Für Geimpfte und Genesene sind unbegrenzte Zusammenkünfte möglich. Dazu kann eine bestimmte Zahl Getesteter kommen. Einen weiteren generellen Lockdown schloss die Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) aus. Stattdessen würden im Fall steigender Krankenhaus-Inzidenzen die Freiheiten der Ungeimpften weiter beschränkt, ganz ähnlich wie Kanzleramtsminister Helge Braun es ankündigte.

Saarland

Im Saarland ist man sich noch unsicher, ob man auf 2G umsteigen will. „Wenn es hart auf hart kommt, müssen wir auch mit 2G-Modellen versuchen, die Normalität zu sichern”, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans im Interview mit dem Saarländischen Rundfunk. Im Moment sei das aber noch nicht nötig, so Hans. Eine 2G-Regelung würde bedeuten Menschen, die sich nicht impfen lassen können, vom öffentlichen Leben auszuschließen. Das dürfe nicht sein, so Hans.

Sachsen

Ab kommender Woche will auch Sachsen 2G als Optionsmodell einführen. Dies soll für die Gastronomie und Veranstaltungen mit bis zu 5000 Menschen möglich sein, wenn der Veranstalter es so entscheidet, teilte die Staatskanzlei mit.

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Sachsen-Anhalt

Nachbarland Sachsen-Anhalt verfährt genauso. Auch hier soll das die freiwillige 2G-Regeln ab kommender Woche gelten. Veranstalter können damit selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen oder ob sie weiterhin das 3G-Modell nutzen wollen – also auch aktuelle negative Tests akzeptieren.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein will die Regierung am Mittwoch eine neue Verordnung beschließen, wonach ab 20. September Vorgaben zu Abstand und Masken für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete entfallen. Die Staatskanzlei wolle aber die aktuelle Corona-Lage im Auge behalten und flexibel reagieren, ist es aus einer Pressemitteilung der Staatskanzlei zu entnehmen.

Thüringen

In Thüringen prüft das Gesundheitsministerium noch die Einführung einer 2G-Regelung für bestimmte Bereiche. „Sobald die Prüfung der offenen Fragen abgeschlossen ist, kann eine weitere Anpassung der Verordnung erfolgen”, berichtet die „Thüringer Allgemeine” unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach werde es in der neuen geplanten Verordnung, die Ende der Woche verkündet werden soll, noch keine 2G-Regel geben.

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Kommentare (4)

Wir schließen also eine G-Regelung aus und setzen weiter auf 3G...
Da muß man doch erst 3 mal um die Ecke denken, wie Spahn es formulieren würde.

Schön zum Leute verwirren. Sieht eigentlich überhaupt noch jemand durch, was man wo, wann und wie offiziell darf? :o)

Das Grundgesetz heisst nun endlich offiziell Flickenteppich.

Meine Herren, wir können nun buchstäblich seit einem Jahr jeden Tag das Grundgesetz verabschieden.
Murmeltierhaft wie in einem Hollyholz Schinken seinerzeit...und täglich grüßt...
Haben die Kobolde vom RKI die "Wellen" eigentlich richtig gezählt...? Nur so zum Thema durchblicken.
Und wer kontrolliert eigentlich die Kontrolleure.
Was ist über dem RKI, der Sprechsteilvorlagenproduktionsstätte für die Regierungsdarsteller - noch ganz viel Luft nach oben...oder etwa nach unten ?

Ich schließe mit den Worten einer intellektuellen Metal-Band
Zeig mir den Weg nach unten....wo Einsamkeit herrscht, Kein Spiegel für mein Gesicht...
(knorrrrrkartttorrr)

die meisten Orte in MV haben ja noch nichtmal LTE, was sollen die den mit 2G oder 3G anfangen.
Long Live the einfache erdverlegte Telefonleitung and the Freulein from the Amt.Ohne nächtliche Satellitenperlenketten--Elon, du Batteriehörnchen, hör auf unseren schönen milchstraßigen Nachthimmel zu schikanieren.
Und bei dem ganzen 2G und 3G Kram sieht es für 5G hier ganz schlecht aus...
Kein Mensch braucht das. Kompass statt Navi ! Jute Stadt Plastique !
EILMELDUNG
Weihnachten für alle und zwar nur jetzt und soviel sie tragen können.
aber nur wenn sie gleichzeitig 5 Waschmaschinen jonglieren können.
Zum Nachweis.