Querdenken Spreadshirt
Michael Ballweg gründete "Querdenken" – der Schriftzug der Bewegung ist auf T-Shirts und Hoodies bei Spreadshirt nicht mehr erlaubt. Deutschlandfeindliche Parolen lassen sich hingegen problemlos im Gestaltungstool eingeben. Gollnow/Schamann/NK-Combo
„Meinungsfreiheit”

Deshalb ist „Querdenken” auf T-Shirts verboten

Bei „Spreadshirt” darf man das Wort „Querdenken” nicht mehr auf Klamotten schreiben lassen. Der Nordkurier hat nachgefragt, warum das so ist.
Leipzig

Vor wenigen Tagen großes Stirnrunzeln bei Telegram und Twitter. Verschiedene User posteten Screenshots mit Fehlermeldungen bei Spreadshirt: Tippt man „Querdenken” im Gestaltungstool ein, ploppt ein roter Warnhinweis auf: „Querdenken dürfen wir nicht drucken“, dazu ein dickes Ausrufungszeichen.

 

Nicht nur Unterstützer der Bewegung fragten sich: Wer verbietet das denn? Und warum? Der Nordkurier fragte beim großen Leipziger Textil-Beschrifter nach, hier kommt die Antwort im Originalwortlaut. So viel vorweg: Markenschutz, wie einige mutmaßten, ist nicht der Grund.

Mehr lesen: Spreadshirt blockiert Querdenken-Schriftzug

„Gern versuche ich, einige Fragen, die im Raum stehen, zu beantworten”, so Unternehmenssprecher Eike Adler per Mail. „Wenngleich die 'Querdenken'-Thematik sehr komplex ist, ist der Grund, warum man den Begriff nicht bei Spreadshirt drucken lassen kann, sehr simpel: er verstößt gegen unsere Community Standards.

„Verfechter der freien Meinungsäußerung”

Seit ca. 5 Wochen gehört 'Querdenken' zu den Begriffen, die wir nicht mehr auf unserer Plattform dulden, da wir Verstöße gegen unsere Community Standards als gegeben ansehen.

Spreadshirt ist vor allem anderen eine offene Plattform. Das heißt, wir stehen uneingeschränkt hinter Inhalten, die Vielfalt, Inklusion und konstruktiven Diskurs unterstützen und fördern. Wir sind Verfechter der freien Meinungsäußerung und ihrer Möglichkeit, Menschen weltweit zu beflügeln, zu bereichern und in ihren Anliegen zu bestärken. Entsprechend verwehren wir uns mit größtem Nachdruck gegen das Verbreiten diskriminierender, verletzender und hetzerischer Inhalte auf den von uns verkauften Produkten.

Video: Nordkurier-Interview mit Bodo Schiffmann und Ralf Ludwig in Neustrelitz

Querdenken-Motive „nachhaltig gelöscht”

Unsere Community Standards definieren, dass wir Designs, Accounts und/oder Shops sofort und nachhaltig von unserer Plattform entfernen, sobald sie 1) illegal sind, 2) hetzerische Inhalte (Hate Speech) verbreiten, 3) zu Gewalt aufrufen, 4) pornografisch sind oder 5) schädigende, irreführende Inhalte unterstützen.

Bis vor wenigen Wochen war 'Querdenken' auf unserer Plattform noch erlaubt, da wir es im Rahmen freier Meinungsäußerung einstuften. Jedoch hat sich der Begriff und seine Verwendung zunehmend radikalisiert, so dass wir mittlerweile Verstöße gegen mehrere Punkte unser Community Standards sehen. Entsprechend wurden Motive vom Spreadshirt Marktplatz und aus Spreadshop Shops nachhaltig gelöscht. Darüberhinaus ist es auch nicht möglich den Begriff im Gestaltungs-Tool auf ein Produkt zu drucken.

Mit besten Grüßen

Eike Adler”

 

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