WÖLFE

Deutsche Wildtierstiftung fordert Abschuss

Wildtierbiologe Klaus Hackländer ist überzeugt, dass Leben mit Wölfen nur dann möglich ist, wenn diejenigen, die Ärger machen, abgeschossen werden. Er sagt: Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben.
Die Deutsche Wildtierstiftung fordert den Abschuss von Problemwölfen.
Die Deutsche Wildtierstiftung fordert den Abschuss von Problemwölfen. Soeren Stache
Neubrandenburg ·

Die Deutsche Wildtierstiftung mit Sitz in Hamburg und Klepelshagen fordert, dass Wölfe, die Probleme bereiten, erschossen werden dürfen. Das sei unabdingbar, wenn Mensch und Wolf zusammen leben wollen und Weidetierhaltung weiterhin möglich sein soll.

„Vor allem Nutztierhalter fürchten um ihre Schafe, Rinder und Ziegen, denn der Appetit der Wölfe ist groß. Jeder Wolf frisst täglich drei bis vier Kilogramm Fleisch und Weidetiere sind für ihnleichte Beute. Jetzt steht die Geburt der Osterlämmer unmittelbar bevor. Die Muttertiere sind hochträchtig und Schafhalter sind in Angst vor Wölfen”, sagt Prof. Dr. Klaus Hackländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Wildtierstiftung.

Der Märchen-Wolf soll noch harmlos gewesen sein

Während der Märchen-Wolf der Gebrüder Grimm sich mit sieben Geißlein zufrieden gab, würden sogenannte Problemwölfe häufig wahre Massaker auf den Weiden anrichten. „Der Tenor in öffentlichen Diskussionen lautet dann lapidar: Ausgleichszahlungen regeln das Problem schon“, kritisiert der Wildbiologe. „Wie überheblich über gerissene, verstümmelte und verängstigte Haus- und Weidetiere geurteilt wird, ist zum Teil unerträglich.“

Die Fronten zwischen Wolfschützern und Nutztierhaltern seien verhärtet. Der Wolf genießt einen hohen Schutzstatus. „Doch welches Recht auf Schutz haben Schafe und Rinder? Auf die Frage nach dem Schutz von Weidetieren vor Wölfen gibt es keine einfachen Antworten“, sagt Klaus Hackländer.

Hunde und Zäune helfen nur bedingt

Selbst hohe Elektrozäune würden zur Wolfsabwehr nur bedingt taugen. Bewegungsmelder mit optischen oder akustischen Signalen würden Wölfe allenfalls für kurze Zeit vertreiben. Auch Herdenschutzhunde kämen nicht für jeden in Frage. „Es gibt zwar Hunderassen wie denPyrenäenberghund, die es durchaus mit Wölfen aufnehmen, doch die Ausbildung ist aufwendig unddie Haltung kostenintensiv.“

Viele Nutztierhalter würden schon darüber nachdenken, ihre Tiere nicht mehr auf die Weiden zu lassen. „Das wäre für den Naturschutz fatal“, so Klaus Hackländer. Die Beweidung trage wesentlich zur Artenvielfalt in Deutschland bei. Das Thema Jagd und die Abschussfreigabe von Wölfen werde heiß diskutiert und errege die Gemüter. „

Biologe findet Wölfe faszinierend

Wir freuen uns, dass es wieder Wölfe in Deutschland gibt“, sagt Hackländer. „Aber wir sindauch davon überzeugt, dass es ein funktionierendes Wolfsmanagement braucht, das auch das Töten von einzelnen Wölfen inkludiert.“ Der Wolf sei nämlich gekommen, um zu bleiben.

„Als ich das erste Mal Wolfsspuren im Schnee sah, war ich als Wildtierbiologe fasziniert und von einer Art Ehrfurcht ergriffen. Mein erster Gedanke war: großartig Er ist wieder da.“ Der zweite Gedanke habe sich dann sofort um die Konflikte gedreht, die die Ankunft dieses großen Beutegreifers mit sich bringt. Eines steht für den Biologen fest: „Wir müssen mit dem Wolf leben lernen.“

In Brandenburg will der Landtag den Abschuss von Problemwölfen ermöglichen. Wenn nötig, sollen auch mehrere Tiere erlegt werden dürfen. So lange, bis es in der betroffenen Region keinen Ärger mehr gibt.

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Kommentare (3)

...vernünftiger Ansatz. Bleibt nur zu hoffen, dass die Umsetzung gelingt. Oder es wieder und wieder diskutiert und verschoben wird, bis was passiert....ein Mensch durch einen Wolf zu Tode kommt?

Ein vernünftiger Ansatz ? Wieso ? Weil in den letzten Jahrhunderten unendlich viele Menschen durch Wölfe zu Tode kamen ? Oder, weil der arme Mensch durch das fleischfressende Raubtier Wolf gar um dass eine oder andere Osterlamm geschädigt wurde ? OMG ! Wie schäbig & niederträchtig ist die Gattung Mensch ? Das gemeine Dumm-Tier Mensch lernt eben weiterhin nicht, mit Natur & Tier auszukommen, also gilt zwanghaft "was nicht passt, wird passend gemacht " oder anders gesagt, gekillt. Mann/Jäger fühlt sich ja so unendlich stark, unbesiegbar und gottgleich, mit einem Gewehr in der Pfote ........... Während daheim die dickliche Gattin brav den Herd mit der fleischgefüllten Pfanne bestückt. Es muss Futterneid, Konkurrenzangst sein, es könnte ein Osterlamm, statt tierquälerisch durch Menschenhand erlegt, im Wolfsrachen landen. Ihr seit so lächerlich ..............

@schwarzer-meera...

Ihre menschenverachtende Ergüsse und Pöbeleien lasse ich mal unkommentiert. Aber das angebliche Argument, dass Wölfe angeblich nur hin und wieder vereinzelt ein Lamm aus einer Schafherde holen würden, ist so plump erlogen, dass man das nicht unwidersprochen stehen lassen kann.

Der Normalfall bei einem Wolfsübergriff auf Schafherden sieht so aus, dass erst mal die komplette Schafherde ausgebrochen und in alle Richtungen verstreut, auf der Flucht ist. Viele bis sehr viele Schafe UND Lämmer verletzt, verstümmelt, halb lebend bis tot herumliegen. Pro Wolfsattacke ist mit mehreren hundert, bis tausenden Euros Schaden zu rechnen. In Wolfsgebieten ist so ein Gemetzel nicht eine seltene Ausnahme, sondern eher der Normalfall.
Es gibt aber noch unendlich viele andere ruinöse Kollateralschäden, die ich hier nicht schon wieder aufzählen möchte. Getötete Rinder und Pferde sind keine Seltenheit mehr.

Das Grundproblem mit der ungebremsten Wolfsvermehrung sind aber die erforderlichen Schutzmaßnahmen, um überhaupt noch Tiere auf der Weide halten zu können. Das heißt: jeder Weidetierhalter muß gezwungenermaßen unerfüllbare Anforderungen an den Herdenschutz erfüllen, die er niemals mit Erlösen aus der Tierhaltung wieder hereinholen kann. Ist also bis in alle Ewigkeit zur Unwirtschaftlichkeit verdammt.
Und das nur, weil die deutschen Wolfslobbyisten sich weigern, die wenigen Prozent des Wolfsbestands zu entnehmen, die diese Probleme machen. Und nichts anderes hat die Wildtierstiftung gefordert.