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Erzgebirgsdorf pflegt Suppenkult

Besucher des Suppenmuseums versuchen sich im traditionellen Suppentopfziehen. Am Wochenende wird um die Wette gekocht.
Besucher des Suppenmuseums versuchen sich im traditionellen Suppentopfziehen. Am Wochenende wird um die Wette gekocht.
Jan Woitas

In einem deutschlandweit wohl einzigartigen Museum im Erzgebirge dreht sich alles um die Suppe. Ein Mal im Jahr gibt es sie sogar zu essen - bei der Suppenkirmes.

Christina Bürki lebt seit einigen Jahren in der Schweiz. "Da koch' ich gern mal Rouladen mit Rotkohl und Klößen. Irgendwas aus der Heimat muss man ja mitnehmen", sagt die ehemalige Neudorferin beim ersten Besuch in Deutschlands wohl einzigem Suppenmuseum in ihrem Heimatort im Erzgebirge. Auch Nudelsuppe mit Huhn und Gulaschsuppe stehen bei ihr hoch im Kurs, die kennt sie gut von früher. Neudorf und Suppe gehöre schließlich zusammen.

Der Ortsteil von Sehmatal am Fuße des Fichtelbergs in Sachsen wird auch "Suppenland" genannt, das mit Museum, Suppenfest, Wanderungen und Bimmelbahnfahrten mit Bezug zur Suppe seinem Namen alle Ehre macht. "Vor vielen hundert Jahren soll Einsiedler Katzenhans im Dorf um Essen gebeten haben", erzählt Museumsbetreuerin Steffi Richter die Legende. Als er überall nur Suppe bekam, habe er den Bewohnern "Neudorf, hu, hu, hu is Suppenland bist du!" nachgerufen.

Wettkochen um den "Suppenkönig 2013"

Aus dem Makel hat Neudorf längst ein Pfund gemacht. "Wir versuchen alles über Suppen herauszufinden – selbstgemachte natürlich", sagt Museumsbetreuerin Richter. Die 65-Jährige und ihr Mann kümmern sich im Auftrag des Heimatvereins "Am Fichtelberg" um das einzige firmenferne Suppenmuseum - auch das Deutsche Suppeninstitut in Bonn kennt keine zweite Einrichtung dieser Art.

Allein der Suppenwettbewerb lässt seit 1992 den Rezeptbestand jährlich wachsen. Teilnahmebedingung auch beim Suppenfest am kommenden Sonntag: keine Profis und ein Liter Lieblingssuppe. Köche bewerten Geruch, Geschmack, Aussehen und Konsistenz und küren den "Suppenkönig 2013". Was übrig bleibt, darf das Publikum auslöffeln.