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Frauen wagen Oben-Ohne

Die Brasilianerin Ana Paula posiert für einige Kameraleute. Sie war eine der drei Frauen, die gegen die Oben-ohne-Regelung protestierten.
Die Brasilianerin Ana Paula posiert für einige Kameraleute. Sie war eine der drei Frauen, die gegen die Oben-ohne-Regelung protestierten.
Marcelo Sayao

Brasilianer gelten als freizügig. Doch Frauen müssen am Strand ein Bikini-Oberteil tragen, weil ihnen sonst eine Strafe droht. Nun wehrten sie sich medienwirksam dagegen.

Was an Nord- und Ostsee im Sommer gang und gäbe ist, hat an Rios Ipanema-Strand ein Medienspektakel ausgelöst: Drei Frau wagten es, sich ohne Bikini-Oberteil zu zeigen. Eigentlich hatten sich per Facebook Hunderte angemeldet, um bei der "Topless"-Aktion am Samstag für Frauenrechte und gegen das Oben-Ohne-Verbot zu demonstrieren.

Barbusigkeit gilt als obszöner Akt

Doch dann waren weit mehr Journalisten und Schaulustige als Teilnehmerinnen vor Ort. Unterstützung bekamen die drei Frauen von einer Handvoll Männer, die sich mit Plastik-Brüsten in die Öffentlichkeit trauten.

Die Polizei blieb gelassen. Nur ein Beamter schaute sich das Spektakel kurz an. Das Oben-Ohne-Baden kann in Brasilien als "obszöner Akt" geahndet werden, der eine Geldstrafe oder aber auch eine Gefängnisstrafe von drei Monaten bis einem Jahr vorsieht. Allerdings ist es Auslegungssache und zudem juristisch umstritten, ob die Regelung auch für "Topless" am Strand angewendet werden kann.