CORONAVIRUS IM HERBST

Gefährliche Delta-Variante könnte besonders Kinder bedrohen

Noch ist die Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland wenig verbreitet. Doch ihr Anteil steigt. Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach sorgt sich besonders um Kinder.
dpa
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Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, sieht in der Delta-Variante des Coronavirus' eine große Gefahr für ungeimpfte Kinder. Christoph Soeder
Berlin ·

Ärzte sehen die als besonders infektiös geltende Delta-Variante des Coronavirus mit Sorge. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warf die Frage auf, ob die aktuellen Corona-Lockerungen nicht zu weit gingen. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), riet zu „allerhöchster Wachsamkeit”. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sorgt sich vor allem um ungeimpfte Kinder.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun mahnt weiter zur Vorsicht. „Die große Aufgabe ist, zu verhindern, dass sich die noch ansteckendere Deltavariante schnell in Deutschland ausbreitet. Ausbreiten wird sie sich aber”, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). „Wir müssen vorsichtig bleiben, bis alle ein Impfangebot haben. Das gehört zur Fairness gegenüber jenen Menschen dazu, die noch nicht geimpft wurden, weil sie in keiner Priorisierungsgruppe waren und noch keine Gelegenheit zur Impfung hatten”, sagte Braun. Von der erreichten Impfquote werde abhängen, ob die Deltavariante oder noch eine andere im Herbst zu einer größeren Ansteckungswelle führen werden.

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In Großbritannien breitet sich die in Indien entdeckte Delta-Variante rapide aus und treibt trotz hoher Impfquote die Zahl der Neuinfektionen deutlich in die Höhe. Bereits geplante weitere Lockerungen wurden aufgeschoben. In Deutschland ist diese Virusvariante noch wenig verbreitet, ihr Anteil steigt aber. Er lag laut jüngsten Bericht des Robert Koch-Instituts bei 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni). In der Woche davor waren es noch 3,7 Prozent.

Nicht Fehler von Sommer 2020 wiederholen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, erwartet, dass sich die Delta-Variante in Deutschland noch schneller ausbreiten wird als die bisherigen Modifikationen. „Das Tückische bei dieser Variante ist, dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben”, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). Er mahnte, im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen sollten unbedingt weiterhin FFP2-Masken getragen werden. Die Länder sollten prüfen, ob die angekündigten Lockerungen nicht zu weit gingen. „Sie sollten außerdem die politische Größe haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen sollten. So, wie es die britische Regierung jetzt getan hat”, betonte der Mediziner.

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Montgomery mahnte zudem, nicht den Fehler des vergangenen Sommers zu wiederholen. 2020 habe man den Wiedereintrag des Virus durch Reiserückkehrer unterschätzt, im Herbst folgte eine neue Welle. „Diese Gefahr besteht jetzt wieder, wenn viele noch ungeimpfte Touristen von Partyurlauben in ganz Europa nach Deutschland zurückkehren.”

„Wir müssen den Anteil der Delta-Variante an den Neuinfektionen sehr gut beobachten”, sagte auch Ute Teichert, die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, den Funke-Zeitungen. Die Verbandschefin der Amtsärzte beklagte zudem, dass der Personalaufbau in den Gesundheitsämtern immer noch stockend vorankomme. Bis Ende des Jahres sollen bei den Gesundheitsämtern 1500 neue Stellen für medizinisches Fachpersonal geschaffen werden. Ein Großteil dieser Stellen sei noch nicht besetzt.

Großes Problem für ungeimpfte Kinder im Herbst?

Der bayerische Gesundheitsminister Holetschek mahnte ebenfalls, die Delta-Virusvariante dürfe nicht unterschätzt werden. „Ihr Auftreten und ihr hoher Ansteckungsgrad zeigen uns, dass wir Corona trotz spürbar sinkender Inzidenzwerte noch nicht besiegt haben”, sagte Holetschek der „Rheinischen Post” (Freitag). „Wir brauchen weiterhin allerhöchste Wachsamkeit. Vorsicht und Umsicht müssen weiter das Handeln bestimmen”, betonte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz.

Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach geht davon aus, dass die Delta-Variante in Deutschland im Herbst die dominierende Rolle spielen wird, weil sie so viel ansteckender sei. Er hoffe, dass dies nicht zu einem großen Problem ausgerechnet für die Kinder werde, die nicht geimpft seien, sagte Lauterbach in den ARD-„Tagesthemen”. „Die Geimpften werden mit der Delta-Variante keine Probleme haben”, betonte der SPD-Politiker. Gegen die eingesetzten Impfstoffe komme diese Virusvariante nicht an.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1076 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Freitagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.52 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 2440 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 91 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 102 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 270 angegeben.

Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 10,3

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Freitagmorgen mit bundesweit 10,3 an (Vortag: 11,6; Vorwoche: 18,6). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 720 031 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 598 100 an.

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Kommentare (7)

Soso...

In dieser Welt kommen nur die Skrupellosesten aus Wissenschaft und Medizin nach ganz Oben, in die Zeitung und ins TV.

Ja, ein Virus geht um, von dem die größten Welttyrannen der Geschichte nur träumen konnten.

Und ich sorge mich um die hiesige Gesundheit des Herrn Lauterbach. Jeden Tag eine neue Horrormeldung verbreiten, dass muss doch auf die Psyche schlagen.

Hinsichtlich der Deltavariante empfehle ich gerne, die Verlautbarungen der britischen Gesundheitsbehörden zu lesen.

"geistige Gesundheit" sollte das heißen

"Er lag... bei 6,2 Prozent in der Kalenderwoche 22 (31. Mai bis 6. Juni). In der Woche davor waren es noch 3,7 Prozent." Zu solch öffentlich verbreiteter Prozentzahl-Stimmungsmache empfehle ich das Buch "Warum dick nicht doof macht und Genmais nicht tötet", (Untertitel: Über Risiken und Nebenwirkungen der Unstatistik) von Bauer, Gigerenzer, Krämer. Diese "gefährlichen" Prozentzahlen beziehen sich auf die wöchentlichen Inzidenzzahlen. Auf gut deutsch: von einer bundesweiten Inzidenz von derzeit 10 (170000 "Infizierte") und weiter fallend kommen 6,2 Prozent Delta-Infizierte, dies sind bundesweit 10500 Fälle bei ca. 83 Millionen Einwohner. Diese staatlich verbreitete Gefährlichkeit ist vergleichbar mit der Wahrscheinlichkeit als Stadtmensch im Wald jede Woche immer dasselbe Reh zu sehen.

bei Kindern

Politiker werden nicht müde, neue Rechtfertigungen für restriktive Corona-Maßnahmen zu finden. In Deutschland stehen wegen extrem geringer Inzidenzwerte aktuell noch alle Zeichen auf Öffnung – doch immerhin nähern sich auch die Wahlen im September mit großen Schritten und das deutsche Wahlvolk soll nicht allzu sehr verprellt werden. Danach wird die Lage sicher schnell wieder ganz anders aussehen: Diverse Politiker kündigen schon jetzt die nächste Corona-Katastrophe im Herbst an. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sogar schon einen neuen triftigen Grund erdacht: Die nächste Corona-Mutante könnte ja dieses Mal die Kinder betreffen!

Schon die Debatte um die Impfung von Kindern gegen Covid-19 führt bei zahllosen Medizinern zu Kopfschütteln. Die deutsche STIKO sieht hier klar von einer generellen Impfempfehlung ab – in Österreich fordern etliche Ärzte dasselbe. Die Faktenlage ist klar: Kinder erkranken kaum an Covid-19 – SARS-CoV-2 stellt für sie keine Gefahr dar.

Dennoch äußerte Michael Kretschmer am 14. Juni bei seinem Besuch in der Gemeinde Lossatal dunkle Vorahnungen, als es um die nächste Corona-Welle im Herbst und damit zusammenhängend um Lockdowns und Schulschließungen ging:

Es ist halt die Frage, was wir alle nicht wissen, ob es irgendwann noch mal eine Mutation gibt, die so ein anderes Verhalten hat… Die vielleicht mehr auf Kinder orientiert ist, was wir jetzt nicht wissen.

Richtig. Wissen tun wir das nicht. Anzeichen dafür gibt es nämlich freilich keine. Schon mehrfach wurde Panik verbreitet, Kinder wären die wahren Infektionstreiber in der „Pandemie“ (mit einer Sterblichkeit von 0,15% wahrlich die schrecklichste aller Zeiten). Man erinnere sich an Weihnachten, wo Lauterbach und Co. die Bevölkerung wegen der B.1.1.7-Variante in helle Aufregung versetzen wollten: Was war am Ende? Nichts. Weder waren die Intensivstationen mit sterbenden Kindern belegt, noch haben Kinder ihre Verwandtschaft durch eine Infektion mit Killerviren dorthin gebracht. Die Panik vor derlei Horrorvisionen wird allerdings bei vielen Menschen (gerade bei Kindern) deutliche Spuren in der Psyche hinterlassen haben.

Das einzige, was derartige Äußerungen bezwecken, ist das Schüren unnötiger Angst – und das abermals auf dem Rücken der Kinder. Dieselbe Schiene fährt „Gesundheitsexperte“ Karl Lauterbach (SPD), der entgegen aller Empfehlungen eifrig die Werbetrommel für die Impfung von Kindern rührt. Er ist sicher, dass Deutschland im Herbst schwer von der indischen „Delta“-Variante des Corona-Virus getroffen werden wird, die angeblich auch Kinder besonders schwer treffe:

Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Das ist keine Kleinigkeit.

Die (mitunter gar tödlichen) Risiken und Nebenwirkungen der Corona-Impfungen für Kinder sind für ihn dagegen offensichtlich sehr wohl eine Kleinigkeit – diese betreffen übrigens auch Kinder ohne jede Vorerkrankung. Dass von den wenigen hospitalisierten Kindern mit positiver Corona-Testung derweil stets ein großer Teil wegen anderer Diagnosen im Krankenhaus war, das wird gern ignoriert.

https://report24.news/herbst-lockdown-schon-in-planung-diesmal-wegen-corona-mutation-bei-kindern/

Und im Herbst geht es sowieso wieder weiter mit den Alten, so ließ Merkel schon verlauten, das Experiment geht weiter....und wir Deutsche sind so selten dämlich, warum auch immer und merken nicht viel.
Ob das an den Genen liegt, so bei einigen von Opa und Oma....

wer hätte das gedacht...;o)

Die Eltern müssen doch irgendwie dazu zu bewegen sein, ihren Kindern diesen notzugelassenen Impfstoff verabreichen zu lassen, nicht wahr Herr Lauterbach?
Dazu werden vermutlich nach den Ferien wieder geschlossene Schulen dienen.
Das macht weiteren Druck auf die Eltern.
Wer will schon Schuld sein, dass im 3. Schuljahr in Folge, diesmal wegen der zu niedrigen Impfrate bei Kindern, die Kinder nicht zur Schule können...Also Augen zu und durch.
Ein perfides Spiel.

und das darf nie wider passieren:

https://www.gedenkort-t4.eu/de/wissen/aktion-t4

Der angebliche Schutz ....

https://www.rubikon.news/artikel/die-menschlichkeits-simulation