Schädliches Insekt

Gefräßiger Käfer gesucht – tot oder lebendig

Der Japankäfer, ein verfressener Einwanderer, wurde in der Schweiz gesichtet und nimmt Kurs auf Deutschland. Wer einen sieht, soll ihn fangen.
Das Foto zeigt den in Basel entdeckten Japankäfer. Wegen des Schädlings nahe der Grenze sind die zuständigen Be
Das Foto zeigt den in Basel entdeckten Japankäfer. Wegen des Schädlings nahe der Grenze sind die zuständigen Behörden in Baden-Württemberg alarmiert. Stephan Ramin
Berlin

Der Japankäfer, ein aus Japan stammender Vertreter der Blatthornkäfer, hat es bis nach Europa geschafft und richtet dort beträchtliche Schäden in Weinbergen und Obstplantagen an. Jetzt ist das gefräßige Insekt kurz davor, Deutschland zu erobern. Pflanzenschützer schlagen Alarm, berichtet der Bayrische Rundfunk (BR).

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Mitte Juni sei ein Japankäfer in einer Pheromonfalle in der Nähe des Baseler Güterbahnhofs in der Schweiz gefangen worden. Vermutlich sei er als blinder Passagier vom Lago Maggiore nach Basel gelangt. Dort nämlich vermehre sich der Japankäfer seit einigen Jahren rasant. Auch deutsche Pflanzenschützer seien in Alarmbereitschaft, weil der Käfer nah an der Grenze zu Deutschland gefangen wurde.

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Die Schäden, die er verursacht, seien immens. Auch andere Länder seien betroffen, zum Beispiel Italien. Das Insekt verbreite sich hauptsächlich durch Verschleppung in Verkehrsmitteln. Deswegen würden Italienurlauber in der Schweiz gebeten, vor der Rückkehr Gepäck, Fahrzeug und Haustiere auf die Käfer hin abzusuchen, die sich mit den kleinen Haken an ihren Beinen festhaken können, berichtet der BR.

Sehr gefräßig mit großem Appetit

Der Japankäfer (Popillia japonica) sei ein „sehr gefräßiges Tier mit großem Appetit”. Da er in Europa keine natürlichen Feinde hat, könne er ungestört fressen, bis hin zum Kahlfraß. Wählerisch sei der Käfer nicht. Mehr als 300 Gehölzarten stünden auf seiner Speisekarte, dazu gehören vor allem Apfelbäume, Steinobstbäume, Erdbeeren, Garten- und Sojabohnen, Mais, Weinreben, Rosen sowie viele andere Strauch- und Baumarten.

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Die Engerlinge würden sich überwiegend von Graswurzeln ernähren und könnten Wiesen und Weiden zerstören. In der Schweiz werde momentan abgeklärt, ob es sich um einen Einzelfund oder tatsächlich um einen Befall mit dem Japankäfer handelt.

Um den Käfer zu stoppen, müssten Maßnahmen zur Eindämmung frühzeitig ergriffen werden, um Erfolg zu haben. Denn hat er sich erst einmal breitgemacht, sei eine Bekämpfung schwierig. Um eine Ausbreitung zu verhindern, könnten zum Beispiel Einschränkungen beim Pflanzentransport, engmaschige Netze, Insektizide oder Pilze helfen. Wer einen Japankäfer an Pflanzen, Fahrzeugen, an der Kleidung oder Gepäckstücken entdecket, wird gebeten, ihn zu fangen und tot oder lebendig aufzubewahren. „Dazu kann man ihn zum Beispiel einfrieren bei minus 18 Grad. Dann sollte der Pflanzenschutzdienst informiert werden, etwa mit Foto und Fundort unter der Mailadresse: [email protected]”, berichtet der BR.

Erwachsene Japankäfer seien rund einen Zentimeter groß und sehen so ähnlich aus wie heimische Gartenlaub-, Mai- oder Junikäfer. Der Japankäfer aber habe fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibseite und zwei am Ende des Körpers. Das Halsschild schimmere auffällig grün-metallisch. Eine weitere Besonderheit: Wenn sich ein Feind nähert, spreize er die Beine weit ab und verharre in dieser Abwehrstellung. Die Flugzeit ende im September.

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