:

Geiseldrama in den Niederlanden endet blutig

Die Polizei hatte den Tatort in Reuver weiträumig abgesperrt.
Die Polizei hatte den Tatort in Reuver weiträumig abgesperrt.
MARCEL VAN HOORN

Drama in einem niederländischen Grenzdorf: Schüsse auf offener Straße, der Täter verschanzt sich mit seiner dreijährigen Tochter in einem Haus. Ein Nervenkrieg beginnt. Er endet blutig.

Bei einem Geiseldrama in den Niederlanden ist ein drei Jahre altes Mädchen getötet worden. Als die Polizei am Donnerstag nach einem stundenlangen Nervenkrieg eine Wohnung in Reuver an der deutschen Grenze stürmte, entdeckten die Beamten die Leichen eines Mannes und von dessen Tochter. Der 44-Jährige hatte sich in dem Grenzdorf mit dem Mädchen verschanzt, nachdem er laut Polizeiangaben seine Ex-Freundin auf der Straße schwer verletzt hatte. Als Motiv wurde zunächst ein Beziehungsdrama vermutet.

Der mutmaßliche Täter hatte gegenüber der Polizei angegeben, dass er mit einer Uzi und einer Handgranate bewaffnet war. Gegen Mittag wollte er aufgeben, sagte Polizeichef Gery Veldhuis: „Er wollte erst noch eine halbe Stunde mit seiner Tochter allein sein, sie umarmen.“ Danach brach der Kontakt zu dem Geiselnehmer ab.

Gegen neun Uhr hatte der Mann auf der Straße auf seine Ex-Freundin geschossen. Die Frau wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Polizei hatte der Mann per Telefon erklärt, dass er „frustriert war, dass er seine Tochter so selten sah“. Nach Informationen der Staatsanwaltschaft hatte der mutmaßliche Täter verschiedene Vorstrafen. Angehörige hatten gegenüber der Polizei erklärt, dass er bereits früher mit Selbstmord gedroht hatte.