VULKANAUSBRUCH AUF LA PALMA

Giftige Schwefelwolke auf dem Weg nach Deutschland

Auf der Kanareninsel La Palma begräbt Lava ein Haus nach dem anderen. Nach dem Vulkanausbruch droht nun, dass giftiges Schwefeldioxid nach Deutschland geweht wird.
Experten zufolge könnten der Vulkanausbruch auf La Palma und seine Folgen bis zu 84 Tage andauern.
Experten zufolge könnten der Vulkanausbruch auf La Palma und seine Folgen bis zu 84 Tage andauern. Emilio Morenatti
Der Vulkan in der Cumbre Vieja im Süden der Kanareninsel, der am 19. September ausgebrochen war, gewährte den Mensch
Der Vulkan in der Cumbre Vieja im Süden der Kanareninsel, der am 19. September ausgebrochen war, gewährte den Menschen eine kleine Schonfrist, denn die Lavaströme schoben sich am Donnerstag immer langsamer voran. Emilio Morenatti
Der Vulkan Cumbre Vieja, der am 19. September 2021 erstmals seit 50 Jahren ausgebrochen war, verwüstet seit mehreren Tage
Der Vulkan Cumbre Vieja, der am 19. September 2021 erstmals seit 50 Jahren ausgebrochen war, verwüstet seit mehreren Tagen Hunderte von Häusern und hektarweise Land. Equipo I Love The World
Bisher wurden mindestens 200 Wohnhäuser von der Lava komplett zerstört, viele andere schwer beschädigt.
Bisher wurden mindestens 200 Wohnhäuser von der Lava komplett zerstört, viele andere schwer beschädigt. Equipo I Love The World
Madrid ·

Der Vulkanausbruch auf der Kanareninsel La Palma könnte Auswirkungen auf Deutschland haben. Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net rechnet damit, dass giftiges Schwefeldioxid von dort aus nach Deutschland gelangen könnte, wie er am Donnerstag mitteilt. „Die Kanaren scheinen weit weg, dann aber wiederum doch nicht weit genug. Eine Schwefelwolke ist auf dem Weg nach Deutschland”, so Jung.

Der Vulkan schleudert ihm zufolge täglich zwischen 8.000 und 11.000 Tonnen Schwefeldioxid in die Atmosphäre. Diese Wolke ziehe bis Samstag nach Deutschland. „Wir haben hier zwar schönes Altweibersommerwetter, aber dazu gibt es eben auch eine Luftströmung aus Südwesteuropa und genau die führt diese Schwefelwolke zu uns ins Land“, erklärt Diplom-Meteorologe.

Himmel über Deutschland womöglich getrübt

Dadurch könne es passieren, dass der Himmel über Deutschland getrübt werde, sagt Jung. Eine Gefahr für die Gesundheit der Menschen sieht er aber nicht. „Der Schwefel ist in großer Höhe unterwegs, rund 5 km über unseren Köpfen. Davon atmen wir nichts ein. Daher besteht für uns keine Gefahr”, beruhigt Jung. Auch der Flugverkehr sei nicht gefährdet, er werde nicht wie bei der großen Aschewolke durch einen Vulkanausbruch auf Island zum Erliegen kommen.

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Abgesehen von einem getrübten Himmel rechnet Jung aber auch damit, das Teile des Schwefels in Form sauren Regens auf den Boden niederschlägt. „Der schadet uns Menschen nicht, wohl aber dem Baumbestand. Bäume mögen das überhaupt nicht”, erklärt er.

Lavamasse auf dem Weg zum Meer

Erstmals seit 50 Jahren war der Vulkan in der Cumbre Vieja im Süden der Kanareninsel La Palma am Sonntag ausgebrochen. Wälzte sich die mehrere Meter hohe Lavamasse anfangs noch mit 700 Metern pro Stunde bergab Richtung Meer, waren es zuletzt noch 200 Meter. Bisher wurden mindestens 200 Wohnhäuser komplett zerstört, viele andere schwer beschädigt.

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Die Schäden bezifferte Regionalregierungschef Ángel Víctor Torres einschließlich zerstörter Pflanzungen und Infrastruktur mit „sicher mehr als 400 Millionen Euro”. Wann die Lava die Küste erreichen würde, war weiter unklar. Die Behörden rechnen dann mit giftigen Dämpfen, die beim Kontakt der Lava mit dem salzigen Meerwasser entstehen.

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