CORONAVIRUS

Gilt „Abstand halten“ bis zum Jahresende?

In Berlin fragten sich die Journalisten schon, wohin eigentlich der Innensenator in der Coronakrise abgetaucht sei. Nun meldete sich Andreas Geisel mit einem Paukenschlag zurück.
Gilt „Abstand halten“ bis zum Jahresende?
Gilt „Abstand halten“ bis zum Jahresende? ROBERT MICHAEL
Neubrandenburg.

Über Wochen spielte der Berliner Innensenator im Corona-Dauergezänk der rot-rot-grünen Landesregierung nur eine Nebenrolle – am Freitag aber schlüpfte der SPD-Mann in die Hauptrolle. Im morgendlichen Interview mit einem heimischen Radiosender hatte Geisel zu den geltenden Kontaktverboten und Ausgehbeschränkungen gesagt: „Das geht nicht endlos. Aber es wäre jetzt nicht seriös zu sagen, am 19. April ist alles zu Ende. Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass wir zwar diesen Lockdown (Notfallplan, d. Red.) im Laufe des April, Mai dann sicherlich lockern müssen. Das wird wohl der Fall so sein. Aber die Beschränkungen, Abstandsregelungen, die Veränderung unserer Lebensgewohnheiten – ich fürchte, das wird uns das ganze Jahr über begleiten.“ Das Echo auf diese Aussage war groß – Geisels Einschätzung verbreitete sich schnell durch die Republik.

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Vom Wellenschlag seines wortgewaltigen Statements offensichtlich selbst ein wenig überrascht, ruderte Andreas Geisel am Nachmittag ein wenig zurück – und rüstete verbal ein Stückchen ab. „Weil jetzt alle über vermeintlich länger andauernde Beschränkungen sprechen. Das ist nicht geplant“, ließ der Senator über die Innenverwaltung twittern.

Seine Kernaussage aber ließ Andreas Geisel so stehen: „Wir werden aber auch nach der Lockerung/Aufhebung des Lockdown nicht so einfach zu unseren alten Lebensgewohnheiten zurückkehren können. Das Virus ist ja nicht weg.“

Und noch etwas betonte der Senator: „Wie erfolgreich die derzeitigen Maßnahmen seien und wie viel Lockerungen es demnächst wieder geben werde, könne erst Mitte April seriös beurteilt werden. Im Mai wieder so weiterzumachen wie wir im Februar aufgehört haben, wünschen wir uns zwar alle, erscheint im Augenblick aber nicht realistisch – nicht bevor wir einen Impfstoff haben beziehungsweise genügend Leute nach einer Infektion immunisiert sind.“

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