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Durch Hängebrücke gebrochen

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Im Hambacher Forst abgestürzter Journalist ist tot

Ein Journalist ist am Mittwoch im Hambacher Forst durch eine provisorische Hängebrücke gebrochen und etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt. 
Ein Journalist ist am Mittwoch im Hambacher Forst durch eine provisorische Hängebrücke gebrochen und etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt.
Christophe Gateau

Mit einem Großeinsatz räumt die Polizei seit Tagen den Hambacher Forst für den Braunkohleabbau. Nun hat es in dem Wald einen ersten schweren Unfall gegeben.

Der im Hambacher Forst abgestürzte Journalist ist tot. Das sagte am Mittwoch ein Polizeisprecher vor Ort. Der Mann war durch eine provisorische Hängebrücke gebrochen und etwa 15 Meter in die Tiefe gestürzt. Der Unfall habe sich nicht bei einem polizeilichen Zugriff ereignet, betonte ein Polizeisprecher. Alle Arbeiten zur Räumung im Hambacher Forst wurden sofort eingestellt.

Bei dem Toten handelt es sich laut Polizei um einen jungen Journalisten, der seit längerem das Leben der Aktivisten in den Baumhäusern dokumentierte. Rettungs- und Polizeikräfte hätten Erste Hilfe geleistet, hätten den Mann aber nicht mehr retten können. 

Am vergangenen Donnerstag haben die Behörden mit einem massiven Polizeiaufgebot begonnen, die Baumhäuser der Umweltaktivisten zu räumen und abzubauen. Die meisten Bauten waren bereits innerhalb der ersten Tage geräumt. Umweltschützer protestieren im Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen seit Jahren dagegen, dass der Energiekonzerns RWE im Herbst weite Teile des Forstes abholzen und die Braunkohleförderung fortsetzen will. In bis zu 25 Metern Höhe hatten sie rund 55 Baumhäuser errichtet und halten den Wald damit seit sechs Jahren besetzt.

RWE: Abholzung unvermeidbar

Vier Waldbesetzer – zwei Frauen und zwei Männer – sind mittlerweile in Untersuchungshaft. Drei von ihnen verweigerten die Feststellung ihrer Personalien, der Vierte habe einen knienden Polizisten von hinten angegriffen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen.

Mit mehr als 500.000 Unterschriften wollen Umweltschützer die NRW-Landesregierung dazu bringen, die geplante Rodung doch noch zu stoppen. Für diesen Donnerstag planen BUND, Campact und Greenpeace die Übergabe der im Internet gesammelten Unterschriften an Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Das Motto der Aktion: „Armin lasset!”

Aus Sicht von RWE ist die Abholzung des Hambacher Forsts unvermeidbar, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern. Vor Beginn der Kohleförderung war der Wald 4100 Hektar groß; nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power wurden bislang 3900 Hektar für den Kohleabbau gerodet, nun soll noch einmal gut die Hälfte des verbliebenen Waldes abgeholzt werden.