NEUE FARBE

Infektions-Hotspots fahren öffentliches Leben zurück

In der Corona-Übersicht des Robert Koch-Instituts gibt es eine neue Farbe: Der Landkreis Hildburghausen und die Stadt Passau leuchten wegen hoher Infektionszahlen pink.
dpa
Im Landkreis Hildburghausen in Thüringen hat sich das Infektionsgeschehen noch einmal verschärft.
Im Landkreis Hildburghausen in Thüringen hat sich das Infektionsgeschehen noch einmal verschärft. Bodo Schackow
Hildburghausen.

Wegen anhaltend hoher Infektionszahlen sind in deutschen Corona-Hotspots weitere Einschränkungen in Kraft getreten. Nachdem in Hildburghausen am Mittwoch Hunderte Bürger gegen den harten Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen protestiert hatten, gilt in dem Thüringer Landkreis seit gestern ein Versammlungsverbot. Auch in der niederbayerischen Stadt Passau dürfen die Menschen ihre Wohnung seit dem Wochenende nur noch aus triftigem Grund verlassen.

In Berlin wurde zeitweilig ein wichtiger Corona-Warnwert für Intensivbetten überschritten. Mehr als ein Viertel dieser Betten in der Hauptstadt waren mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus dem aktualisierten Lagebericht der Gesundheitsverwaltung hervorgeht. Damit stand die in Berlin eingeführte Corona-Ampel zur Bewertung der Pandemie-Lage kurzzeitig bei zwei von drei Indikatoren auf Rot. „Wir haben in Berlin vorsorglich frühzeitig die Kapazitäten gesteuert, sodass Schlimmeres bis jetzt verhindern werden kann“, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

Polizei kontrolliert Einhaltung der Regeln

Der Bürgermeister von Hildburghausen, Tilo Kummer (Linke), appellierte gestern an die Bürger, das Versammlungsverbot ernst zu nehmen. „Sonst ist alles für die Katz“, sagte Kummer mit Blick auf Aufrufe im Netz zu weiteren Corona-Protesten. Es sei nicht hinnehmbar, wenn Menschen es offenbar als Spiel ansähen, die Regeln zu brechen. Am Mittwoch waren mehrere Hundert Menschen teils ohne Maske und Mindestabstand singend durch die Straßen gezogen.

In Passau hielten sich die Menschen am Wochenende weitgehend an die verschärften Regeln. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit mehreren Streifenbesatzungen im Einsatz, um dies zu kontrollieren. Die Bilanz fiel positiv aus. Die Menschen beachteten die Vorgaben, sagte ein Sprecher.

Niedrigste Werte in Kreis Schleswig-Flensburg

Im äußersten Norden Deutschlands sieht es mit Blick auf die aktuellen Infektionszahlen hingegen deutlich entspannter aus: Im Kreis Schleswig-Flensburg lag der Corona-Warnwert gestern laut RKI-Angaben unter elf. Bundesweit war die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche nirgendwo niedriger. Der Landesdurchschnitt lag, in Schleswig-Holstein unter 50 – wie auch in MV. Gleich sechs Kreise des Bundeslandes zählten zu den zehn Landkreisen mit den bundesweit niedrigsten Zahlen. Nur im Kreis Pinneberg in der Nähe von Hamburg lag der Wert über 100.

„Die Zahl der Corona-Leugner strebt hier gegen null, wodurch eben auch niemand aus der Reihe tanzt“, sagte SSW-Landtags-Fraktionschef Lars Harms. Landesgesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sieht einen Grund für die vergleichsweise moderaten Infektionszahlen auch in der Akzeptanz und dem Verständnis der Menschen für die Notwendigkeit der Maßnahmen.

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