Drogen-Problem

Jan Ullrich möchte Stiftung für Suchtkranke gründen

Kaum hat der ehemalige Radprofi Jan Ullrich die Suchtklinik verlassen, möchte er eine Stiftung gründen. Dabei scheint er die Sucht noch längst nicht überwunden zu haben.

In Jan Ullrichs Leben geht es derzeit drunter und drüber. Da können positive Schlagzeilen bestimmt nicht schaden, dachte er sich wahrscheinlich. Der ehemalige Radprofi möchte jetzt für Suchtkranke eine Stiftung gründen. Und das nur wenige Tage, nachdem er selbst erst seinen Entzug in einer Klinik beendet hat.

In einem RTL-Interview sagte Ullrich, er trinke keinen Wein und kein Bier mehr, aber hin und wieder einen Whisky werde er sich genehmigen. Ein voller Erfolg scheint die Therapie für den 44-Jährigen nicht gewesen zu sein.

In der Sport Bild sagte Ullrichs Berater Gerd K. dass der ehemalige Gewinner der Tour de France nach der Gründung der Einrichtung täglich in dieser arbeiten soll. Er könne sich so wieder an einen geregelten Tagesablauf gewöhnen.

Ermittlungen wegen versuchten Totschlags

Gerd K. hoffe, dass die aktuelle Krise zum Wendepunkt in Ullrichs Leben werde. Er sei ein herzensguter Mensch und habe großes Entwicklungspotenzial.

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ullrich wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Der ehemalige Radprofi soll vor knapp vier Wochen in einem Frankfurter Hotel eine Escort-Dame nach einem Streit angegriffen und verletzt haben.

Ullrich war deshalb vorübergehend festgenommen worden. Er äußerte sich nach Angaben der Polizei bei einer Vernehmung nicht zu den Vorwürfen. Die Ermittlungen gegen Ullrich laufen weiter.

Ullrich hat einen Box-Sack aus der Decke gerissen

Rund eine Woche vor den Geschehnissen in Frankfurt war Ullrich nach einem Streit mit seinem Nachbarn Til Schweiger auf Mallorca vorübergehend in Gewahrsam genommen worden. Bei beiden Vorfällen stand Ullrich mutmaßlich unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

Bei „Bild” sagte der 44-Jährige, dass er im Frühjahr regelmäßig explodiert sei, da er seine drei Kinder wochenlang nicht sehen konnte. Mehrere Fernseher seien kaputt gegangen, einen Box-Sacke habe er aus der Decke gerissen. „Um da wieder runterzukommen, habe ich Kokain und Amphetamin genommen”, sagte Ullrich.

Fabian Beyer

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