UNWETTER

„Jeder Blitz kann tödlich sein” - So schützen Sie sich

Klar, Gewitter gehören zur Hitze und zum Sommer dazu. Man sollte sie trotzdem nicht auf die leichte Schulter nehmen. So schützen Sie sich am besten vor gefährlichen Blitzen.
dpa
Steigen Sie bei einem Gewitter vom Rad und suchen Sie Schutz in einer Mulde.
Steigen Sie bei einem Gewitter vom Rad und suchen Sie Schutz in einer Mulde. Julian Stratenschulte
Offenbach ·

Zum Sommer gehören Unwetter und Gewitter dazu. Der Südwesten Deutschlands hat gerade erst wieder eine Nacht voller Donner, Blitzen und Regen erlebt - in MV soll es an diesem Dienstag ungemütlich werden. Unzählige Gewitter treffen uns jedes Jahr – da tut man diese manchmal ab und geht gemütlich weiter spazieren oder setzt die Fahrradtour fort. Doch Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betont: „Bei Gewitter ist immer Lebensgefahr angesagt, denn jeder Blitz kann tödlich sein.”

Wie verhalte ich mich, wenn ich Spazieren, Rad- oder Motorradfahren bin?

Wenn man es nicht mehr schafft, sich in ein Gebäude zurückzuziehen, braucht man eine Mulde, also eine Vertiefung im Gelände. „Man sollte sich entfernen von Bäumen, denn auch sie sind gefährlich, wenn der Blitz einschlägt”, erklärt Friedrich.

Mehr lesen: Starke Gewitter walzten über den Nordosten

„Wenn man eine Mulde gefunden hat, würde ich noch das Fahrrad einige Meter weit wegstellen und auch einen Rucksack mit irgendwelchen metallischen Gegenständen ablegen und entfernt positionieren”, ergänzt der DWD-Pressesprecher. Gleiches gilt für ein Motorrad. Denn Metall kann die Energie des Blitzes leiten.

„Dann in dieser Mulde möglichst in die Hocke gehen mit eng beieinander stehenden Füßen”, so Friedrich. „So hat man zumindest die Chance, dass man einem Blitz nicht so ausgesetzt und gefährdet ist.”

Wie viel Zeit bleibt mir für die Suche nach einem solchen Platz?

„Es gibt ja diese goldene Regel, bei der man bis drei zählt”, erklärt Friedrich. Wenn man einen Blitz sieht, beginnt man mit dem Zählen. Kommt man nur bis drei, bis es donnert, dann ist das Gewitter weniger als einen Kilometer entfernt. „Dann wird es auf jeden Fall gefährlich.”

Wäre es denn eine Option, in einen Wald hineinzufahren?

„Nein, Wald ist immer schlecht”, betont Friedrich. „Denn wenn ein Blitz in einen Baum einschlägt – und das tut er in der Regel, weil er sucht sich ja immer einen hohen Punkt im Gelände aus – und man steht in unmittelbarer Nähe des Baumes, dann kann man Trümmerteile abbekommen. So ein Baum kann regelrecht explodieren, die Rinde wegfliegen. Dann ist man dort eher gefährdet als im Freigelände.”

Und wenn man im Wald vom Gewitter ohne Ausweg erwischt wird, dann empfiehlt der Experte, sich eine baumlose Senke zu suchen – also so tief im Gelände wie möglich zu gehen.

Aber das Auto ist ja kein Problem, oder?

„In einem normalen Auto ist man in einem sogenannten faradayschen Käfig” – und sicher, sagt Friedrich. Man sollte allerdings nicht die Arme aus dem Fenster halten und dieses schließen.

Bin ich im Haus immer sicher oder muss ich mein Verhalten anpassen, etwa nicht telefonieren?

„Diese Regel gab es zu Zeiten des Schnurtelefons”, erklärt Friedrich. Denn wenn der Blitz in der Nähe einschlägt, kann die Elektrik durch Überspannungen Schaden nehmen – und man selbst auch direkt an kabelgebundenen Geräten. „Daher würde ich nicht bei Gewittern mit einem Schnurtelefon telefonieren. Was anderes ist das bei einem Smartphone.” Und der Experte rät in diesem Zusammenhang, im Haus die Stecker von Elektrogeräten zu ziehen.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Offenbach

zur Homepage