DER WOLF IST NOCH NICHT GENUG

Jetzt soll auch der Bär zurückkommen

Nach dem Wolf soll demnächst auch der Bär wieder heimisch in Deutschland werden – fordert das Bundesamt für Naturschutz. Bauern- und Jagdverbände schlagen deshalb Alarm.
Konstantin Kraft Konstantin Kraft
Es gibt schon Braunbären in Deutschland - allerdings nur in Gehegen, wie hier im Bärenwald Müritz in Stuer.
Es gibt schon Braunbären in Deutschland – allerdings nur in Gehegen, wie hier im Bärenwald Müritz in Stuer. Jens Büttner (NK-Archiv)
Berlin.

„Angesichts der Bärenpopulationen zum Beispiel in Norditalien oder in Slowenien ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass irgendwann auch Braunbären wieder in Deutschland sesshaft werden“ – mit diesem Satz in der „taz” hat Beate Jessel, Chefin des Bundesamts für Naturschutz (BfN) in dieser Woche eine neue Debatte entfacht. Denn: Käme der Bär tatsächlich zurück nach Deutschland, wäre er genauso streng zu schützen, wie jetzt die Wölfe. So will es das Naturschutzrecht von EU und Bund.

Bei Weidetierhaltern klingeln angesichts dieses Themas die Alarmglocken. Sie beschweren sich bereits seit geraumer Zeit über die Schäden, die Wölfe in ihren Tierbeständen anrichten – immer wieder sorgen spektakuläre Wolfs-Massaker auf Tierweiden für Aufsehen. Vom Bär, das befürchten viele Tierhalter, geht im Prinzip dieselbe Gefahr aus.

Gezielte Aufklärung soll helfen

BfN-Chefin Beate Jessel hält dagegen: Aus diesem Grund brauche es vor allem eine gezielte Aufklärung der betroffenen Landwirte, meint sie: „Wichtig ist, dass man in Gebieten, wo diese Tiere zuwandern, konsequent Maßnahmen zum Schutz der Weidetiere umsetzt und die Bevölkerung aufklärt, wie sie sich verhalten sollte.” Bei Wildtieren besteht zwar immer ein „Restrisiko”, ergänzt Jessel, trotzdem gehört der Bär, genau so wie der Wolf, gemäß EU-Richtlinien zu schützenswerten Tierarten. Genau so hatte das beim Wolf auch schon geklungen - mit den bekannten Nachwirkungen.

Die Wahrscheinlichkeit auf einen Bären zu treffen, sei „ausgesprochen gering”, unterstreicht Beate Jessel. Dennoch mögen bei vielen Menschen Bedenken bleiben. Zumal im Jahr 2006 schon einmal ein Braunbär die Grenze nach Deutschland passierte. Der „Fall Bruno” verwandelte sich damals zur medialen Tragödie und hält sich bis heute im kollektiven Gedächtnis der Deutschen.

Der Braunbär hatte zuerst einige Schafe gerissen und bewegte sich dann bedrohlich nahe an menschliche Siedlungen. Daraufhin beschloss die Politik den Abschuss des Tiers. Es wurde ein Spezialteam zusammengestellt, dass den „Problembär” schließlich erlegte. Das Wort „Problembär” ist bis heute Bestandteil der deutschen Alltagssprache.

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