JAHRELANG GEFANGEN

Kannibalen-Ameisen aus Atombunker befreit

In einem alten sowjetischen Atombunker überlebt eine Ameisenkolonie seit Jahren, indem sie sich von ihresgleichen ernährt. Nun haben Forscher sie befreit.
Natalie Meinert Natalie Meinert
Millionen Ameisen haben in einem polnischen Atombunker überlebt, weil sie zu Kannibalen geworden sind.
Millionen Ameisen haben in einem polnischen Atombunker überlebt, weil sie zu Kannibalen geworden sind. © schankz - Fotolia.com
Międzyrzecz.

Weder Licht oder Wärme, noch irgendwelche Nahrungsquellen: Wissenschaftler haben in einem ehemaligen Atombunker eine einzigartige Kolonie von Holzameisen entdeckt, die sich anscheinend nur von Überresten ihrer eigenen verstorbenen Mitglieder ernährt haben.

Die Kolonie selbst ist bereits 2013 in einem Lüftungsschacht des Bunkers in der Nähe der polnischen Stadt Międzyrzecz entdeckt worden. Dort wurden während der Sowjetzeit Atomwaffen gelagert.

Getrennt von Kolonie ohne Nahrung

Die Insekten waren von ihrer ursprünglichen Kolonie und Königin getrennt worden und in einen rostigen Lüftungsschacht abgestürzt. Die Arbeiterinnen schlossen sich im kargen Exil ohne Ausweg zu einer Notgemeinschaft zusammen

Erst jetzt konnte ein Forscherteam um Professor Wojciech Czechowski von der Polnischen Akademie der Wissenschaften beweisen, dass die Ameisen sich zu Kannibalen entwickelt haben.

Provisorischer Holzsteg für den Weg in die Freiheit

Die Wissenschaftler fanden die abgenagten Reste von fast 8000 Tieren pro Quadratzentimeter rund um den Kolonieeingang. So konnten die Ameisen sich über die Jahre hinweg vermehren und überleben.

Das Forscherteam installierte einen Holzsteg, damit die Ameisen durch das Lüftungsrohr in ihr ursprüngliches Nest zurückkehren können.

Auch ein ehemaliger Bunker in Neustrelitz ist das neue Zuhause von Tierfamilien geworden.

Sei Aschenbrödel! - Dein personalisierbares Märchenbuch zum Film!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Międzyrzecz

zur Homepage