Kassenärztechef Andreas Gassen spricht sich gegen eine Ausweitung der Maskenpflicht aus. Auch ein Hamburger Virologe warn
Kassenärztechef Andreas Gassen spricht sich gegen eine Ausweitung der Maskenpflicht aus. Auch ein Hamburger Virologe warnt vor einer Überschätzung von Masken. Georg Hochmuth
Corona-Virus

Kassenärztechef ist gegen Maskenpflicht

Der Kassenärztechef Andreas Gassen ist trotz steigender Corona-Infektionszahlen gegen eine Maskenpflicht und gegen kostenfreie Bürgertests.
Berlin

Kassenärztechef Andreas Gassen hat sich trotz gestiegener Corona-Infektionszahlen gegen die Ausweitung der Maskenpflicht und gegen die Fortführung anlassloser Bürgertests ausgesprochen.

Gesundheitssystem soll nicht überlastet werden

„Das Narrativ war immer, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet werden dürfe”, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung dem Redaktionsnetzwerk vor Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz an diesem Mittwoch und Donnerstag.

Es gebe zwar auch jetzt hohe Infektionszahlen, die Erkrankungsverläufe seien aber überwiegend leicht. „Viele Betroffenen merken es nicht einmal.” Deshalb könnten höhere Infektionszahlen allein nicht Grundlage für Maßnahmen sein, „etwa für eine erneute Maskenpflicht”. Gleichzeitig betonte er, dass neue Mutationen stärkere Krankheitsverläufe hervorrufen könnten und die Sachlage dann anders aussehen würde.

Gassen fordert ein Stopp für anlasslose Bürgertests

Gassen forderte zudem, zeitnah anlasslose Bürgertests zu stoppen. „Sie bringen sehr wenig und kosten sehr viel”, kritisierte er. „Stattdessen sollten wir uns auf PCR-Tests bei symptomatischen Patienten zu fokussieren.”

Hamburger Virologe warnt Masken zu überschätzen

Der  Virologe Jonas Schmidt-Chanasit von der Universität Hamburg warnte davor, die Wirkung der Masken zu überschätzen. Er äußerte im Interview mit dem RND, dass es sinnvoll wäre, die laufende Auswertung der Corona-Maßnahmen abzuwarten. Er kritisiert das Vorpreschen der Bundesländer, Bayern, Hessen, NRW und Baden-Württemberg im Punkt Corona-Schutzmaßnahmen voreilig und mit Druck auf die Bundesregierung einführen zu wollen. Zwar könnten richtig getragene FFP2-Masken vor einer Infektion schützen, andere Maßnahmen seien aber effizienter und sollten vor einer Maskenpflicht eingeführt werden. 

Er gibt zu bedenken, "es ist noch unklar, um wie viel Prozent eine Maskenpflicht die Todeszahl oder Krankenhauseinweisungen senken kann". Der Virologe nannte im RND-Interview Homeoffice als effiziente Maßnahme. „Wenn die Effizienz einer Maskenpflicht für die Pandemiebekämpfung gering ist, wären die Millionen Euro für Masken anderswo besser eingesetzt”, ebenfalls sagte Schmidt-Chanasit.

Mehr dazu: Ärzte: Weichen für Corona-Regeln im Herbst jetzt stellen

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