"RATLOSIGKEIT, EMPÖRUNG, WUT"

Katarina Witt geht unter die Corona-Kritiker

„Ratlosigkeit, Empörung und teilweise Wut” – Der frühere Eiskunst-Star Katarina Witt ringt auf Facebook um Worte für die aktuelle Corona-Lage.
Katarina Witt (55) hadert mit der aktuellen Corona-Situation
Katarina Witt (55) hadert mit der aktuellen Corona-Situation Jörg Carstensen
Berlin ·

Es ist ein langer Text, mit dem sich Ex-Eiskunstläuferin Katarina Witt (55) auf Facebook an ihre rund 80.000 Fans wendet – den Zeilen, die sie am Montagabend veröffentlich hat, ist anzumerken, wie sehr der frühere DDR-Star mit der aktuellen Lage zu kämpfen hat: „Ich bin weder „Corona-Verleugnerin”, noch „Lockdown-Gegnerin”", schreibt sie.

Macht die Politik es sich zu leicht?

Vielmehr breche es ihr das Herz „und ich weine mit, wenn ich all die Menschen mit ihren verschiedensten Nöten und Sorgen im Fernsehen sehe oder täglich in den News darüber lese.” Aber: „Ich komme einfach nicht umhin, mit manch politischen Entscheidungen zu hadern.”

Warum sie das tut, führt sie anschließend in vielen Absätzen aus – und sie übt dabei deutliche Kritik an den politischen Entscheidungsträgern. „Als Kapitän, inmitten eines Sturms mit meterhohen Wellen, kann ich doch nicht im Leuchtturm sitzen, mit Fernglas den Horizont nach Gefahrenquellen absuchen und Durchhalteparolen über Funk durchgeben, wenn der Mannschaft das Wasser bis zum Hals steht, die ersten schon untergegangen sind und dann mit trockenen Füßen sagen, wir sitzen alle im gleichen Boot.”

Zu viele leere Versprechungen

Es seien zu viele leere Versprechungen gemacht worden, lautet einer ihrer Kritikpunkte: „Die versprochene Bazooka schießt Milliarden in Unternehmen mit der dementsprechenden Lobby in Berlin und bei der Großzahl der kleinen Familien-Unternehmen ist aus der Bazooka eine Wasserspritzpistole geworden, mit dem berühmten Wassertropfen auf dem heißen Stein!”

Auch fragt Witt sich, wie denn eigentlich der Fahrplan für den Weg aus dem Lockdown aussehen soll: „Hören Sie zum Beispiel bitte auf, Branchen gegeneinander auszuspielen und zu priorisieren! Haben Sie einen Plan, schaffen Sie klare und einheitliche Regeln für alle!”, fordert sie von den Entscheidungsträgern in Berlin. Am Mittwoch werden wieder Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten. Wirtschaftsvertreter in Mecklenburg-Vorpommern hatten vorab bereits Öffnungen gefordert – etwa für Friseure.

Insgesamt sind den Zeilen der früheren Eiskunftläuferin nicht bloß Anklagen und Kritik zu entnehmen – sondern auch Ratlosigkeit. So schließt sie ihre Ausführungen denn auch: „Sehe ich da vielleicht das Licht am Ende des Tunnels? Leider nein, momentan nur meine Nachttischlampe.”

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