Corona-Maßnahmen

Kinderärzte fürchten durch Testpflicht Kollaps der Praxen

Die Kinderärzte seien fassungslos über die medizinisch unsinnige Neuregelung, die zur Schließung vieler Praxen führen könnte, heißt es vom Berufsverband.
dpa
Christiane Thiele, Kinderärztin und Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Nordrhein, is
Christiane Thiele, Kinderärztin und Vorsitzende des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Nordrhein, ist wie viele ihrer Kollegen gegen die neue Testpflicht. Markus Gayk
Viersen

Kinderärzte protestieren vehement gegen eine neue Pflicht, nach der begleitende Eltern nur noch mit Negativtest in die Praxen kommen dürfen und das Personal täglich getestet werden muss. Die Kinderärzte seien fassungslos über die medizinisch unsinnige Neuregelung im geänderten Infektionsschutzgesetz, die zur Schließung vieler Praxen führen könnte, warnte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in NRW.

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„99 Prozent unserer Patienten werden von ihren Eltern begleitet“, sagte die BVKJ-Vorsitzende Nordrhein, Christiane Thiele. Auch wenn die Eltern geimpft seien, müssten sie nun einen Test vorlegen, bevor sie Zutritt zur Kinderarztpraxis bekommen – oder vor Ort getestet werden. Zudem müsse das Praxispersonal täglich getestet werden. „Dabei sind die meisten geboostert“ – also dreifach gegen das Coronavirus geimpft.

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Kinderärzte auf den Barrikaden

Erst am Dienstag seien die Praxen über die Kassenärztliche Bundesvereinigung informiert worden. Die KBV habe das am Abend mitgeteilt, bevor es am nächsten Tag Wirksam wurde“, schilderte die Kinderärztin aus Viersen. Die Kinderärzte bundesweit seien auf den Barrikaden. Es seien auch kaum noch Schnelltests erhältlich. Ausnahmen gelten nur für die Patienten selbst – also die Kinder –, die nicht getestet werden müssen.

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„Wenn Eltern nur noch getestet in die Praxis dürfen, also täglich über 100 Personen, bedeutet dies, dass für Behandlung und Versorgung der Kinder keine Zeit mehr bleibt. Es scheint, dass die Politik gar nicht mehr versucht, Gesetze und Verordnungen, die beschlossen werden, auf die Anwendbarkeit in der Praxis zu prüfen“, kritisierte der BVKJ.

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Kommentare (1)

Viele Ärzte pp halten,wie auch ich, diese neuen Regeln/Anordnungen zum Teil für reinen Aktionismus der Politik. Warum soll man noch einen Test vorlegen,wenn man die dritte Impfung erhalten hat? Trauen die Politiker pp doch nicht so den Impfungen ?