Nach tödlichem Streit

Krawalle in der Innenstadt von Chemnitz

Ein tödlicher Streit beim Chemnitzer Stadtfest hat am Sonntag für Krawalle in der sächsischen Stadt gesorgt. Die Hintergründe des Vorfalls sind unklar.
dpa
Auslöser für die Krawalle am Sonntag soll ein tödlicher Streit auf dem Stadtfest am Vorabend gewesen sein.
Auslöser für die Krawalle am Sonntag soll ein tödlicher Streit auf dem Stadtfest am Vorabend gewesen sein. Sebastian Willnow
Blumen und Kerzen liegen an der Stelle, an der es zu der tödlichen Auseinandersetzung gekommen sein soll.
Blumen und Kerzen liegen an der Stelle, an der es zu der tödlichen Auseinandersetzung gekommen sein soll. Sebastian Willnow
Die Polizei war am Sonntag in Chemnitz mit einem Großaufgebot im Einsatz.
Die Polizei war am Sonntag in Chemnitz mit einem Großaufgebot im Einsatz. Sebastian Willnow
Das Stadtfest hatte am Wochenende tausende Besucher angezogen.
Das Stadtfest hatte am Wochenende tausende Besucher angezogen. Alexander Prautzsch
Aus Pietätsgründen wurde das Stadtfest am Sonntag vorzeitig beendet - hier entsorgt eine Schaustellerin ihre frischen Waren.
Aus Pietätsgründen wurde das Stadtfest am Sonntag vorzeitig beendet – hier entsorgt eine Schaustellerin ihre frischen Waren. Alexander Prautzsch
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Chemnitz.

Bei einem verhängnisvollen Streit in der Nacht zum Sonntag in Chemnitz ist ein 35 Jahre alter Mann getötet worden. Zwei weitere Männer im Alter von 33 und 38 Jahren wurden verletzt, zum Teil schwer, wie die Polizei Chemnitz am Sonntag mitteilte. Alle drei sind laut Polizei Deutsche. Bei dem Streit sollen Messer zum Einsatz gekommen sein.

Die Polizei hat zwei 22 und 23 Jahre alte Männer vorläufig festgenommen, die sich vom Tatort entfernt hatten. Zu deren Nationalität wollte die Polizei zunächst keine Aussage machen, da noch geprüft werde, ob und wie diese in die Auseinandersetzung involviert waren. Die Rede war allerdings von mehreren Nationalitäten. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen Totschlags. An dem Streit seien laut Polizei nach ersten Ermittlungen maximal zehn Personen beteiligt gewesen.

Am Sonntag kam es zu Krawallen

Die Alternative für Deutschland (AfD) hatte für den Sonntag über Twitter zu einer „Spontandemo“ in der Nähe des Tatorts aufgerufen. Laut Polizei kamen rund 100 Personen. Das Ganze lief laut Polizei störungsfrei. Wenig später kam es dann zu einer zweiten Kundgebung. Laut Polizei sollen diesem Aufruf deutlich mehr Leute gefolgt sein.

Videos im Internet zeigen in diesem Zusammenhang tumultartige Szenen in der Stadt. Von welchen Teilnehmern die Agressionen ausgingen, blieb zunächst unklar. Allerdings kursierten verschiedene Videos, auf denen in einem Fall offensichtlich aggressive Rechtsextreme zu sehen waren, wie sie Passanten regelrecht jagten.

 

 

 

 

Der Grund für den Streit in der Nacht zu Sonntag ist nach ersten Informationen unklar. Der tätlichen Auseinandersetzung war ein verbaler Streit vorausgegangen. Mehrere Personen waren danach vom Tatort geflüchtet.

Kursierende Informationen, nach denen dem Streit eine Belästigung von Frauen vorausgegangen sein soll, bestätigten sich nach ersten Ermittlungen der Polizei nicht. Die Polizei rief auf Twitter dazu auf, sich nicht an Spekulationen zu beteiligen.

 

 

Am Abend verschickte die Polizei eine Mitteilung, in der es hieß, man habe im Laufe des Nachmittags verschiedene Personenansammlungen im Chemnitzer Stadtgebiet polizeilich begleitet. Bei einer Amsammlung von etwa 800 Personen am Karl-Marx-Monument, die sich unvermittelt in Bewegung gesetzt habe, wobei es auch zu Flaschenwürfen gegen Beamten gekommen sei.Weiter hieß es: "Derzeit bearbeitet die Polizei vier Anzeigen im Sachzusammenhang. Hierbei handelt es sich um zwei Anzeigen wegen Körperverletzung, eine Anzeige wegen Bedrohung sowie eine Anzeige wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte."

Das 35-jährige Opfer aus der Nacht war im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben. Die beiden anderen verletzten Männer wurden ebenfalls ins Krankenhaus gebracht. Am Sonntag wurden Zeugen vernommen, sagte eine Sprecherin weiter. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte die Polizei zunächst keine weiteren Angaben machen.

Stadt zeigt sich "erschüttert" über Krawalle

Am späten Abend zeigte sich die Stadt besorgt über die Vorgänge. „Wir sind erschrocken, über die Menschenansammlungen, die passiert sind“, sagte Stadtsprecher Robert Gruner. Man habe friedlich miteinander das Jubiläum der Stadt feiern wollen. Nun habe sich jedoch gezeigt, dass es richtig gewesen sei, das Stadtfest vorzeitig abzubrechen.

Statt um 20 Uhr endete das Fest bereits um 16 Uhr. Grund waren laut seinen Angaben Sicherheitsbedenken. Zunächst hatte die Stadt von "Pietätsgründen" geredet. 

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Kommentare (1)

- wenn man mit Idioten zusammen leben und arbeiten muss - aber ein Volltreffer in dieser Angelegenheit ist es - von Idioten regiert zu werden!!!