NEUREGELUNGEN ZUM WOLF

Leichterer Abschuss von "Problemwölfen" - auch im Rudel

Laut SPD haben sich die Koalitionsfraktionen über den leichteren Abschuss von Wölfen verständigt. Ein Abschuss soll auch dann möglich werden, wenn unklar ist, welcher Wolf genau angegriffen hat.
dpa
Der Problemwolf GW924M hat auch in Mecklenburg-Vorpommern Nutztiere gerissen (Archivbild).
Der Problemwolf GW924M hat auch in Mecklenburg-Vorpommern Nutztiere gerissen (Archivbild). ZVG
Berlin.

Die Koalitionsfraktionen haben sich nach SPD-Angaben über Neuregelungen zum leichteren Abschuss von Wölfen verständigt, wenn sie Schafe und andere Nutztiere reißen. „Wir schaffen mehr Rechtssicherheit für die Entnahme von Problemwölfen”, sagte der umweltpolitische Sprecher der SPD, Carsten Träger, nach abschließenden Ausschussberatungen am Mittwoch in Berlin.

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„Klar ist aber auch: Der Wolf ist eine geschützte Art, und Ausnahmen müssen immer gut begründet sein.” Die Neuregelungen sollen an diesem Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden.

Das Kabinett hatte nach langem Streit im Mai einen Gesetzentwurf auf den Weg gebracht. Demnach soll ein Abschuss auch dann möglich sein, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zum Beispiel eine Schafherde angegriffen hat. Es sollen so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden können, bis es keine Attacken mehr gibt – auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Die Behörden der Länder müssen aber jeden Abschuss wieder einzeln genehmigen.

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Entschädigungen für Hobbyschäfer

Künftig soll zudem schon eine Abwendung „ernster wirtschaftlicher Schäden” reichen, bisher ist im Gesetz von „erheblichen Schäden” die Rede. Das soll es auch Hobbyschäfern ermöglichen, eine Entschädigung zu bekommen, wenn Wölfe zuschlagen. Füttern und Anlocken von Wölfen soll verboten werden, damit sie sich nicht an Menschen gewöhnen.

Träger sagte, man habe sich mit der Union verständigt, dass es eine Sonderregelung für den Wolf geben werde – aber keine Absenkung des Schutzstandards für andere geschützte Arten. Dies sei auch eine große Sorge vieler Bürger und Naturschutzverbände gewesen.

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