WEGEN HOMOPHOBIE

„Like” unter Regenbogen-Karikatur kostet Polizeianwärter den Job

Der Mann hatte bereits eine Einstellungszusage für die Bundespolizei, als sie seine Aktivitäten auf den sozialen Netzwerken entdeckte. Auch eine Klage bescherte dem Polizeianwärter keinen Erfolg.
dpa
Ein Daumen nach oben unter dem falschen Post kostete einem Mann den sicher geglaubten Job bei der Polizei.
Ein Daumen nach oben unter dem falschen Post kostete einem Mann den sicher geglaubten Job bei der Polizei. Jens Büttner
Der Mann wollte Polizist werden - eine unbedachte Aktion auf den sozialen Netzwerken kostet ihn nun die Berufslaufbahn.
Der Mann wollte Polizist werden - eine unbedachte Aktion auf den sozialen Netzwerken kostet ihn nun die Berufslaufbahn. picture alliance/dpa | Matthias Balk
Aachen ·

Mit einem „Like” unter einer homophoben Karikatur hat sich ein angehender Bundespolizist um die Beamtenkarriere gebracht. Posts und Likes in sozialen Netzwerken können Zweifel an der charakterlichen Eignung für den Beruf des Bundespolizisten begründen, entschied das Verwaltungsgericht Aachen am Freitag.

Der Mann hatte bereits eine Einstellungszusage für die Bundespolizei erhalten, als seine Aktivitäten im Internet auffielen. So hatte der Bewerber eine Karikatur mit einem Like versehen, die einen Mann zeigt, der sich mit einer Regenbogenfahne das Gesäß abwischt.

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Den Bescheid über ein gegen ihn verhängtes Fahrverbot hatte der Bewerber selbst im Internet veröffentlicht und mit einem Mittelfinger-Emoji versehen. Daraufhin war die Einstellungszusage widerrufen worden.

Klage vor Gericht bleibt erfolglos

Dagegen wehrte sich der Mann vor Gericht. Vergeblich: Schon der Like unter der der Karikatur mit der Regenbogenfahne reiche aus, um Zweifel an seiner charakterlichen Eignung zu wecken, befand das Gericht. Der Polizeiberuf sei im besonderen Maße durch den Kontakt mit Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft, Religion, Weltanschauung und sexueller Orientierung geprägt.

Der Bewerber habe mit seinem Like bewiesen, dass ihm die nötige Toleranz und Neutralität fehle, um seine Dienstpflichten ohne Ansehen der Person auszuüben. Die Bundespolizei sei an die Einstellungszusage nicht mehr gebunden. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt werden.

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Kommentare (6)

Völlig nachvollziehbar.
Der Mann wäre schließlich lebenslang Beamter geworden...
Gut, daß es rechtzeitig erkannt wurde

In den öffentlichen Dienst gehören sie jedenfalls nicht.

Hoffentlich waren sie nie oder sind nicht im öffentlichem Dienst. Was für ein Hass hat er verbreitet ?

möglich ist, haben wir dem Versager Heiko Maas SPD zu verdanken, er hat das Spitzel und Zensur Gesetz erfunden! SPD= Spitzel und Denunziantenstaat!

Polizisten sind aus meiner Sicht nichts weiter wie Staatsbürger in Uniform, die die exekutive Gewalt des Staates ausüben.
Ich bin der Meinung, dass sie auch eine private Meinung haben dürfen und es ihren Dienstherrn nichts angeht, was sie im Internet liken.
Gesinnungsdiktatur hatten wir schon zweimal auf deutschem Boden. Die Gedanken und die Meinung sollten frei sein und auch frei ausgesprochen werden können!

wenn dich die Toleranz der angeblich Toleranten links überholt. Einen Bürger als Nazi zu bezeichnen ist erlaubt und eine Like gegen die sch... Regenbogenfahne beweist, dass man intolerant ist. Die grundgesetzlich garantierte Meinungsfreiheit ist das Papier nicht wert auf dem sie steht.