Corona-Spätfolgen

Long Covid besonders häufig bei jungen Frauen

Bei einer milden Corona-Infektion können trotzdem Langzeitfolgen auftreten. Eine Studie legt nahe, dass hier besonders häufig jüngere Frauen betroffen sein könnten.
Besonders junge Frauen können häufiger betroffen sein von Corona-Langzeitfolgen nach einer milden Covid-19-Infektion
Besonders junge Frauen können häufiger betroffen sein von Corona-Langzeitfolgen nach einer milden Covid-19-Infektion, so eine Untersuchung der Berliner Charité. (Symbolbild) elenaleonova
Berlin

Männer erkranken schwerer und sterben häufiger an Covid-19 als Frauen. Da sind sich Wissenschaftler weltweit mittlerweile einig. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mann im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstirbt, ist 31 bis 47 Prozent höher. Doch eine Analyse der Berliner Charité deutet nun an: Frauen leiden möglicherweise häufiger unter den Corona-Spätfolgen.

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An der Studie nahmen insgesamt 42 Teilnehmer statt, deren Durchschnittsalter bei 36,2 Jahren lag. 70 Prozent von ihnen waren weiblich. Alle Teilnehmer litten unter dem sogenannten Fatigue-Syndrom, also anhaltende Müdigkeit und Schwäche, und das sechs Monate nach einer milde verlaufenen Covid-19-Infektion. Zu den anderen Symptomen zählten unter anderem kognitive Probleme, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen.

Östrogen stimuliert Immunsystem, sodass dieses Autoimmunerkrankung entwickeln kann

Die Professorin für Immunologie, Carmen Scheibenbogen, die die Untersuchung verantwortete, erklärt das laut Tagesspiegel damit, dass es sich aller Wahrscheinlichkeit nach bei Long Covid um eine Autoimmunerkrankung handelt. Bei Älteren sei das Immunsystem nicht mehr aktiv genug, um sie auszulösen. Der Überhang an Frauen liege daran, dass das weibliche Sexualhormon Östrogen das Immunsystem stimuliere, während sein männliches Pendant Testosteron es bremse.

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Der Zustand von vielen bessere sich zwischen dem dritten und sechsten Monat, sagt Scheibenbogen. Doch bei einigen könnte Long Covid auch chronisch sein: „Momentan können wir nur grob schätzen, aber wir gehen schon davon aus, dass das eine relevante Zahl ist, also ganz vorsichtig vielleicht ein, zwei Prozent der Patienten [...]", sagte sie dem Deutschlandfunk.

Bislang ist die Studienlage zu Long Covid noch nicht ausgereift. Grob gehen Wissenschaftler jedoch von zehn bis 20 Prozent Betroffenen aus.

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