Eine original Apparatur aus dem Fall. Die Opfer des falschen Arztes waren lebensbedrohlichen Stromschlägen ausgesetzt.
Eine original Apparatur aus dem Fall. Die Opfer des falschen Arztes waren lebensbedrohlichen Stromschlägen ausgesetzt. Polizeipräsidium Oberbayern Nord
Der wegen versuchten Mordes an zahlreichen Frauen und Mädchen angeklagte 30-jährige Informatiker bei Prozessbeginn.
Der wegen versuchten Mordes an zahlreichen Frauen und Mädchen angeklagte 30-jährige Informatiker bei Prozessbeginn. Sven Hoppe
Prozess

Mann folterte Frauen mit Strom – Urteil erwartet

Nägel in Steckdosen, Elektroden an den Schläfen: So folterte der falsche Arzt junge Mädchen. Der Fall landete vor Gericht, heute fällt das Urteil.
dpa
München

Vor dem Landgericht München II geht einer der spektakulärsten Fälle der vergangenen Jahre zu Ende: Am Montag soll das Urteil im sogenannten Stromschlag-Prozess fallen. Die Staatsanwaltschaft fordert 14 Jahre Haft für den Angeklagten und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Er gab sich als falscher Arzt aus

Der Informatiker aus Würzburg hat eingeräumt, sich als falscher Arzt ausgegeben und Frauen per Skype dazu gebracht zu haben, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Das Ganze zeichnete er auf. Angeklagt ist er wegen 88-fachen versuchten Mordes.

Sexuelle Erregung durch Folter

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es ihn sexuell erregte, wenn Frauen durch Strom Schmerzen erlitten. Sie fordert eine Verurteilung des 30 Jahre alten Angeklagten wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung, Titelmissbrauchs und Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches.

Unterbringung in der Psychiatrie

Die Verteidigung legt eine psychische Erkrankung des Angeklagten nahe und plädierte auf eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen Titelmissbrauchs und der Erstellung von Bildaufnahmen oder hilfsweise die Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung beziehungsweise fahrlässiger versuchter Tötung. Der Anwalt des Angeklagten forderte außerdem, die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus zur Bewährung auszusetzen.

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