GEGEN NATUR

Mieter klagt wegen Vogelgesang

Weil ihn die Gartenvögel rings um sein Haus stören, zog ein Berliner vor Gericht und forderte Mietminderung. Das Urteil fiel schnell.
Viele Menschen lieben den Gesang von Nachtigall und anderen Vögeln. Ein Mann in Berlin ganz und gar nicht.
Viele Menschen lieben den Gesang von Nachtigall und anderen Vögeln. Ein Mann in Berlin ganz und gar nicht. DB BirdLife International
Gartenammern und andere Vögel singen gern aus voller Kehle. Das passt einem Berliner überhaupt nicht.
Gartenammern und andere Vögel singen gern aus voller Kehle. Das passt einem Berliner überhaupt nicht. AAG
Berlin ·

Kaum zu glauben aber wahr: Weil ihn der Gesang von Gartenvögeln störte, zog ein Mieter in Berlin allen ernstes vor Gericht. Er forderte eine Mietminderung, berichten die Berliner Zeitung und die Zeitschrift ein Herz für Tiere.

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Vogelgesang im Garten oder auf dem Balkon – viele Menschen lieben das. Nicht so der Berliner. Er fühlte sich belästigt und gestört und sah die Schuld beim Vermieter, denn immerhin stünden ja die Bäume, in denen die Vögel sich aufhielten, in dessen Garten.

Richter waren auf der Seite von Vogel und Vermieter

Doch der Kläger hatte keine Chance. „Die Richter waren auf der Seite von Vogel und Vermieter – die Forderung wurde abgelehnt”, so Ein Herz für Tiere. Der Vogelgesang sei grundsätzlich hinzunehmen, lautete das Urteil – sogar, wenn andere Hausbewohner oder Nachbarn die Vögel mit Futter anlocken. Weil sich ein Mieter über Vögel ärgert, Bäume fällen und die Natur rings ums Haus zu fällen – das sei unzumutbar.

Erst dann, wenn zum Beispiel Tauben auf einem Fensterbrett nisten und ihr Kot eine Gesundheitsgefahr darstellt, sei eine Mietminderung denkbar. Das sei in Pforzheim mal passiert. Dort habe ein Mieter wegen der Tauben vor seinem Fenster 30 Prozent weniger zahlen müssen.

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Kommentare (8)

Der Typ hat echt n Vogel. Ich finds Vogelgezwitscher schön. Das ist wenigstens noch etwas Natur inmitten der anderen nervigen Großstadtgeräusche... z Bsp volldepperte Nachbarn

Nicht der erste Fall eines Berliners bei dem sich jeder nur an den Kopf fasst.
Brauchen sich nicht wundern das sie einen schlechten Ruf haben.

für die Couch beim Klapperdoctor!

Es ist kein Geheimnis das die eine Meise haben. Und nicht nur eine.

Gibt es nicht irgendwo in der Wüste ein einsames Zelt?

Mir gehen morgens die Sperlinge massiv auf die Nerven, nur a. muss ich um die Zeit eh aufstehen und b. das ist Natur. Sowas kennen die gentrifizierenden Gentrifizierten aus Berlin nicht. Wenn es nach denen geht soll MV wohl in einen riesen Parkplatz umgewandelt werden damit die bequem in ihre "Badewanne" Ostsee steigen können.

Häuser auf dem Lande, weil sie in bunten "Landlust"-Zeitschriften so viele schöne, romantische Bilder von malerischen Fachwerkhäusern, weiten still wogenden Feldern, silbernen Seen und sprudelnden Bächen gesehen haben.
Und der Hirsch über Omas Couch hat auch nie wirklich hörbar geröhrt.
Und mit diesen Wahnvorstellungen kommen die Bouletten dann aufs Land und fallen aus dem Bett, wenn morgens um Vier die Hähne krähen, die Schweine grunzen, die Kühe brüllen und der rohe Bauer seinen Traktor anschmeißt, dann bis nachts um Zwölfe drischt oder - ganz schlimm - mit der Spritze am idyllisch- morbiden Gartenzaun vorbeisprüht.
Und weil sie sich dann wieder beleidigt in ihre Betonwüste zurückziehen, wollen sie quer durchs Land die SUVs verbieten, mit denen sie doch allmorgendlich ihre Kinder zur Schule und nachmittags zur Reitstunde karren, oder sie klagen eben gegen Vogelgezwitscher.
Aber sie lieben Wölfe und halten sich die größten Hunde in einer 35 qm - Wohnung.
Und dann stinken sie ab, wenn die Mine auf dem Gehweg sie anstinkt.

Im Jiddischen gibt es einen wunderbaren Begriff zur Beschreibung dieser Spezies: Meschugge!
Einfach nur meschugge...

mehr muss man nicht sagen.🤦‍♂️👎