TWITTERGEWITTER

Mit der Feuerwehr am Frühstückstisch

Von Mettbrötchen bis Unglücksfall: Deutschlandweit twittern die Feuerwehren am Tag des Europäischen Notrufs aus ihrem Alltag. Sie nennen es „Twittergewitter”.
Die Feuerwehr Hamburg präsentiert zum Twittergewitter 2020 nicht nur ihre Mannschaft, sondern auch ihre Computer mit Wind
Die Feuerwehr Hamburg präsentiert zum Twittergewitter 2020 nicht nur ihre Mannschaft, sondern auch ihre Computer mit Windows 7 in der Leitstelle. Feuerwehr Hamburg
Engagiert: Die Feuerwehr Schwerin beim Twittergewitter.
Engagiert: Die Feuerwehr Schwerin beim Twittergewitter. Feuerwehr Schwerin
Blick in die Leitstelle der Feuerwehr Düsseldorf.
Blick in die Leitstelle der Feuerwehr Düsseldorf. Rolf Vennenbernd
Greifswald.

Der Europäische Tag des Notrufs wird am 11.2. begangen – da hätte man ja gleich drauf kommen können! Feuerwehren in ganz Deutschland nutzen an diesem Dienstag die Gelegenheit, um auf Twitter einen Einblick in ihren Alltag zu gewähren. Unter dem Hashtag #112live wollen mehr als 50 Berufsfeuerwehren in Deutschland zeigen, was sie den ganzen Tag so treiben. Sie nennen es ein #Twittergewitter.

Seit Beginn um 8 Uhr, meist nach der Wachübernahme, sind so schon einige Tweets zusammen gekommen. Hilflose Personen, Schlaganfälle, abgeknickte Bäume, Sturmschäden, Verdacht auf Unglücksfälle in Wohnungen – die Einsatzgründe sind verschieden. Doch mitunter rückt die Feuerwehr auch gar nicht erst aus, wenn jemand den Notruf wählt. So heißt es aus der Einsatzleitstelle Lausitz: „Anrufer erzählt, dass sein Handy geladen werden muss und erwartet, dass dies die Feuerwehr macht. Mitarbeiter erklärt Sinn des Notrufs.”

Doch es geht nicht nur um Einsätze, die Leitstellen und Berufsfeuerwehren wollen auch einen Blick hinter die Kulissen gewähren. Und das heißt um 8 Uhr morgens erst einmal: Frühstück. In Frankfurt/Main gibt es eine Tüte Äpfel, in Gütersloh gekochte Eier, die Ingolstädter schmeißen Weißwurst und Wiener in den selben Kochtopf, in Fürth setzt man auf massig Lachsbrötchen und in Berlin und Hamburg ist man stolz auf das Mettbrötchen. Nur die Leipziger Feuerwehr zeigt auf einem Foto trockene Brötchen mit Kaffee. „Echt jetzt?”, fragen die Hamburger. Die Antwort aus Sachsen kommt prompt: „Wir ditschen einfach gern.”

Die Sachsen haben bislang auch das lustigste Video zum Twittergewitter beigetragen:

Auch die Feuerwehr in Wiesbaden hatte eine originelle Idee und twittert in hessischer Mundart: „Un ihr wisst ja, mir schwätze hier in Wisbaade hessisch. Des ist e besonders schöne Spraach die sich in unserm herrlische Bundesland eddabliert hat. Desderwesche schmuggeld sich vielleischt der ein oder anne Post uff Mundart enei. Freut euch druff.”

In einigen Wachen fand vor dem Start des Twittergewitters noch eine Gedenkminute statt. Deutschlandweit dachten die Feuerwehrleute an den neunzehnjährigen Kameraden Stefan, der am 8. Februar bei einem Einsatz nach einer Explosion in einem Wohnhaus in Lienen (NRW) verschüttet wurde und starb.

Notruf 112 gilt Europaweit

„Die 112 ist eine lebensrettende europäische Errungenschaft, welche die Rettungskette ungemein erleichtert. Leider wissen aber immer noch viel zu wenige Menschen, dass der Notruf 112 europaweit gilt, das müssen wir ändern und dazu trägt der Europanotruftag am 11. Februar bei“, erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) an diesem Tag. Auch in MV beteiligen sich zwei Berufsfeuerwehren: Schwerin und Greifswald.

Die Greifswalder zeigten, dass jeder Morgen mit einer Kurzausbildung zu einem feuerwehrtechnischen Thema beginnt. An diesem Dienstag ging es um die Verwendung von Hebekissen. „Damit können Lasten von bis zu 28 Tonnen mittels Druckluft angehoben oder verschoben werden”, heißt es. Danach wurden die Schläuche überprüft. Einsätze wurden bis 11 Uhr noch nicht vermeldet.

Die Berufsfeuerwehr Greifswald ist in diesem Jahr erstmals beim Twittergewitter dabei, sie haben überhaupt extra aus diesem Anlass ein Twitter-Account eingerichtet. Andere Wehren sind in dem Netzwerk schon seit Jahren präsent. „Auf diesem Wege möchten wir auf unsere Arbeit und täglichen Herausforderungen aufmerksam machen, im Sinne der Bevölkerungsinformationen”, sagte Mathias Herenz, Abteilungsleiter der Berufsfeuerwehr vorab. Auch nach dem 11. Februar wolle man den Account weiter betreiben. Dabei solle es nicht nur um Einsätze, sondern auch um Nachwuchsgewinnung gehen.

Wer das Twittergewitter der Feuerwehr noch weiter beobachten will, kann dem Hashtag #112live bei Twitter folgen. Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern nutzen die Hashtags #Schwerin112 und #Greifswald112.

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