Der Tatort war den gesamten Donnerstagsabend abgesperrt, die Ermittler der Polizei suchen nach Spuren der grausamen Tat.
Der Tatort war den gesamten Donnerstagsabend abgesperrt, die Ermittler der Polizei suchen nach Spuren der grausamen Tat. Sven Kohls
Nach der Tat wurde der Leichnam des Mannes notdürftig abgedeckt.
Nach der Tat wurde der Leichnam des Mannes notdürftig abgedeckt. Sven Kohls
Eine Polizistin bei der Spurensicherung.
Eine Polizistin bei der Spurensicherung. Sven Kohls
Schwert-Massaker in Stuttgart

Mordverdächtiger mit falscher syrischer Identität?

Mit einer Art Schwert tötete in Stuttgart ein Mann auf offener Straße einen anderen Mann. Bisher gingen Ermittler davon aus, dass der Verdächtige Syrer ist. Daran gibt es jetzt Zweifel.
Stuttgart

Nach der tödlichen Stichattacke auf offener Straße in Stuttgart vernimmt die Polizei am Freitag weitere Zeugen. Darunter seien Anwohner und Bekannte des Opfers und des mutmaßlichen Täters, sagte ein Sprecher der Polizei. Weiter soll das Motiv für die Bluttat vom Mittwochabend geklärt werden. Bislang gehen die Ermittler von persönlichen Beweggründen aus. Der Verdächtige soll den Angaben nach bis vor kurzem bei dem Opfer gewohnt haben. Vor dem Angriff hätten die beiden Streit gehabt, der 28-Jährige soll dann mit einer Art Schwert den 36-Jährigen erstochen haben.

Tatverdächtiger kam 2015 nach Deutschland

Die Identität des Verdächtigen, der die Tat am Donnerstag gegenüber der Polizei gestanden hatte und in Untersuchungshaft sitzt, ist noch nicht abschließend geprüft. Bislang geht die Polizei davon aus, dass er Syrer ist und seit 2015 in Deutschland mit einem gültigen Aufenthaltsstatus lebt. „So ist er registriert”, sagte ein Sprecher. Ob diese Angaben aber tatsächlich stimmen, müsse noch verifiziert werden. Mit dieser Identität sei der Verdächtige jedenfalls schon bei der Polizei bekannt gewesen.

Einem Bericht der "Bild" zufolge vermuten die Behörden, dass der Verdächtige in Wirklichkeit ein 30 Jahre alter jordanischer Palästinenser sein könnte. Demnach habe er sich als Syrer bei seinem Asylantrag ausgegeben, da Jordanien als sicheres Herkunftsland gilt. Die "Bild" berichtet ebenfalls, dass der Mann in Neuruppin (Brandenburg) bereits wegen Ladendiebstahl und Sachbeschädigung verurteilt worden sein soll.

Der 36 Jahre alte Deutsche war nach dem Angriff blutüberströmt auf der Straße liegen geblieben. Zeugen verständigten die Polizei. Unter anderem mit einem Hubschrauber fahndete sie nach dem Verdächtigen und stellte ihn wenige Stunden später in der Nähe des Tatorts.

Grausame Videos der Tat kursieren im Internet

Nach der Tat vom Mittwochabend kursierten mehrere Videos davon im Internet. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Filme authentisch sind. Das wohl schockierendste Video ist aus erhöhter Perspektive, vielleicht aus einem Wohnhaus, aufgenommen. Es beginnt, als das Opfer bereits neben einem mitten auf der Straße angehaltenen Auto in einer Blutlache liegt. Darauf ist zu sehen, wie der Täter von oben auf sein am Boden liegendes Opfer einsticht.

Ein anderes Video ist aus anderer Perspektive aufgenommen, man erkennt das Auto, neben dem das Opfer lag und eine Person, die dahinter mit einem schwertartigen Gegenstand hantiert. Doch das Video setzt früher ein, so dass klar wird, dass der Täter viele Male zustach. Außerdem ist zu erkennen, dass es neben der Frau und dem Mann aus dem ersten Video noch andere Augenzeugen gab, eine zweite Frau und mindestens zwei weitere Personen. Die Polizei nutze die Filme zwar zur Beweissicherung, sagte ein Sprecher. Die Ermittler würden die Internetnutzer aber kontaktieren und auffordern, die Videos aus dem Netz zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart prüft derweil, ob sich Menschen, die Videos aufgezeichnet und hochgeladen haben, strafbar gemacht haben.

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