Sexueller Missbrauch

:

Mutter soll Sohn für Vergewaltigungen verkauft haben

In dem Fall hat es bislang acht Festnahmen gegeben.
In dem Fall hat es bislang acht Festnahmen gegeben.
Patrick Seeger

Eine Mutter soll ihr neunjähriges Kind gegen Geld für Vergewaltigungen zur Verfügung gestellt haben. Es ist ein Kriminalfall mit erschreckenden Dimensionen.

Selbst erfahrene Ermittler erschreckt die Grausamkeit der Taten. Eine Mutter in Baden-Württemberg soll ihr Kind Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen haben. Die Frau kommt aus der Nähe von Freiburg. Acht Verdächtige sind in Untersuchungshaft.

Am Donnerstag machten die Ermittler die Vorwürfe und das grausame Martyrium für einen Neunjährigen öffentlich. Der Kriminalfall sprenge bisher bekannte Dimensionen, sagen sie.

Taten dauerten rund zwei Jahre an

Nach einem anonymen Hinweis beginnen im vergangenen September die Ermittlungen, wie die Staatsanwaltschaft Freiburg berichtete. Die Polizei stieß dann auf einen Pädophilenring, den sie nun zerschlagen hat. Es sei der schwerwiegendste Fall von sexuellem Missbrauch von Kindern, den das Landeskriminalamt Baden-Württemberg jemals bearbeitet hat, sagt ein Sprecher der Behörde.

Die 47 Jahre alte Mutter des Jungen und ihr 37 Jahre alter Lebensgefährte haben das Kind demnach gemeinsam sexuell misshandelt sowie es anderen Männern angeboten. Acht Verdächtige, die in den Fall verwickelt sein sollen, wurden festgenommen. Die Taten ereigneten sich demnach von 2015 bis Herbst vergangenen Jahres – also rund zwei Jahre lang. Der bei Freiburg lebende Junge sei von mehreren Tätern wiederholt und an mehreren Tatorten in und um Freiburg missbraucht und vergewaltigt worden.

Mädchen soll von Vater missbraucht worden sein

Erschreckend sind die Details, die Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Fall veröffentlichen: zum Beispiel die Festnahme eines Mannes aus Schleswig-Holstein, den Polizisten verdeckt überwachten. Zum sexuellen Missbrauch des Neunjährigen soll der 43-Jährige extra nach Karlsruhe gereist sein. Bei seiner Festnahme hatte er einen Rucksack mit Fesselutensilien dabei, wie das Landeskriminalamt berichtet. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der Mann zuvor Tötungsfantasien im Zusammenhang mit einem Kindesmissbrauch geäußert haben.

Bei weiteren Ermittlungen fanden die Beamten Filme, die den sexuellen Missbrauch eines Mädchens zeigten. Mutmaßlicher Täter sei der Vater gewesen, so das LKA. Der 32-Jährige wurde ebenfalls festgenommen.

Verdächtiger Soldat vom Dienst enthoben

Unter den Verdächtigen befindet sich den Angaben zufolge auch ein 49 Jahre alter Soldat der Bundeswehr. Dieser sei in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade im Elsass (Frankreich) festgenommen worden. Ein Sprecher des Heeres bestätigt dies. Der Mann sitze seit dem 25. Oktober in U-Haft. Er sei vorläufig des Dienstes enthoben worden und dürfe keine Uniform mehr tragen.

Die weiteren Männer, die in Untersuchungshaft sitzen, seien 32 bis 43 Jahre alt. Sie stammen den Ermittlern zufolge aus der Nähe von Freiburg, aus Schleswig-Holstein, der Schweiz und Spanien.