Unsere Themenseiten

:

19-Jähriger aus Mannheim war Geiselnehmer von Viernheim

Im Kino "Kinopolis" erschoss die Polizei einen Mann, der zuvor mit einer Waffe um sich geschossen haben soll
Im Kino "Kinopolis" erschoss die Polizei einen Mann, der zuvor mit einer Waffe um sich geschossen haben soll.
Andreas Arnold

Bei dem Kino-Geiselnehmer von Viernheim handelte es sich der Staatsanwaltschaft zufolge um einen 19-jährigen in Mannheim geborenen Deutschen. Über das Motiv der Tat gibt es noch keine Erkenntnisse.

Bei dem Geiselnehmer von Viernheim handelte es sich der Staatsanwaltschaft zufolge um einen 19-jährigen in Mannheim geborenen Deutschen. Dieser habe in Norddeutschland gewohnt, teilte die Behörde am Freitag in Darmstadt mit. Er habe am Donnerstagnachmittag in dem Kinokomplex vier Angestellte und 14 Besucher als Geiseln genommen und sie bedroht. Darunter seien auch Kinder gewesen. Der Geiselnehmer hatte den Angaben zufolge Schreckschusswaffen sowie Attrappen von Stabhandgranaten bei sich.

Das Motiv des Mannes sei nach wie vor unklar. Hinweise auf einen politischen oder terroristischen Hintergrund gebe es nach jetzigem Stand nicht. Der 19-Jährige war am Donnerstag gegen 14.30 Uhr maskiert in das Kinocenter gekommen. Später wurde er von der Polizei getötet. Alle Geiseln blieben nach Behördenangaben unverletzt.

Geiselnehmer gab vier Schüsse ab

Der Mann hatte das Kino laut Polizei maskiert und bewaffnet betreten. Ein Kino-Mitarbeiter sprach von einem Mann mit Sturmhaube und einer langen automatischen Waffe. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) sagte am Donnerstag im Wiesbadener Landtag, es seien Geiseln im Einwirkungsbereich des Täters gewesen, der dann von Beamten "final bekämpft" worden sei. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt teilte am Freitag mit, der Täter habe Schreckschusswaffen bei sich gehabt. Scharfe Waffen habe er nicht mit sich geführt. Bei den Schreckschusswaffen habe es sich um eine Pistole und um eine Langwaffe gehandelt.

Was sich genau in dem Kinokomplex neben einem großen Einkaufszentrum abgespielt hat, ist weiter unklar, auch die Zahl der Geiseln war nicht bekannt. "Ich gehe aufgrund der Witterung davon aus, dass das Kino spärlich besetzt war", sagte ein Polizeisprecher. Seines Wissens habe der Geiselnehmer vier Schüsse abgegeben, bevor er von der Polizei getötet wurde.

Die Einsatzkräfte waren nach dem ersten Notruf am Donnerstagnachmittag schnell vor Ort. Spezialeinsatzkräfte wurden mit einem Hubschrauber aus Frankfurt eingeflogen. Das Kino ist rund zehn Kilometer von Mannheim entfernt - es liegt am Autobahnkreuz Viernheim.