Fangquoten
Nackte Promis gegen Überfischung der Ostsee

Die deutschen Schauspieler Benno Fürmann, Tom Wlaschiha und Katja Riemann protestieren mit diesen Bildern gegen die Überfischung der Nord- und Ostsee.
Die deutschen Schauspieler Benno Fürmann, Tom Wlaschiha und Katja Riemann protestieren mit diesen Bildern gegen die Überfischung der Nord- und Ostsee.

Deutsche Schauspieler haben sich nackt mit Fischen fotografieren lassen. Dieses Mal steckt nicht Peta dahinter, sondern die Deutsche Umwelthilfe, denn bald werden die Fangquoten in der Ostsee neu verhandelt.

Katja Riemann mit einem Rotbarsch, Benno Fürmann mit einem Steinbutt und Christiane Paul mit einem Lachs – und das nackt. Mit solchen Fotos protestieren die Schauspieler gegen die Überfischung der Nord- und Ostsee. Anlass für die Aktion ist eine Verhandlung im Oktober mit den europäischen Fischereiministern über die Fangquoten für die Ostsee für 2019. Die Prominenten unterstützen damit die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und deren Initiativen „Our Fish” und „Fishlove”.

Jedes Jahr entscheiden die europäischen Fischereiminister über die Fangquoten für die Ostsee. Das Treffen dieses Jahr findet am 15. und 16. Oktober statt; für Deutschland wird die Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner dabei sein. Die DUH hofft nun auf bessere Entscheidungen in Richtung nachhaltige Fischerei.

Mobile Ausstellung wandert durch Berlin

Um darauf aufmerksam zu machen, ließen sich Schauspielerinnen und Schauspieler für die „Fishlove”-Fotokampagne ablichten. Die Portraits von Benno Fürmann, Nina Hoss, Vicky Krieps, Christiane Paul, Katja Riemann und Tom Wlaschiha sind seit Donnerstag öffentlich zu sehen. In einer mobilen Ausstellung wandern die großen Poster durch die Berliner Innenstadt. Mit „Fishlove” sollen europäische Regierungen dazu bewegt werden, die Überfischung bis 2020 zu beenden.

Aktuell seien laut DUH mehr als 40 Prozent der Fischbestände in Europa überfischt. Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, sagte dazu: „Immer wieder missachten die europäischen Fischereiminister bei einigen Beständen die wissenschaftlichen Empfehlungen für Fangquoten. Die Folge: Fischbestände können sich nicht erholen und erreichen folglich keine Größe, mit der sie nachhaltig befischt werden könnten.”

DUH setzt sich gegen Rückwürfe ein

Die Überfischung zu beenden, bedeute laut Müller-Kraenner intakte Fischbestände, sichere Arbeitsplätze und Gewinne für die Fischer sowie eine gesündere Meeresumwelt. Es sei höchste Zeit, dass die europäischen Fischereiminister anfingen, eine langfristige wirtschaftliche und meeresschonende Perspektive zu eröffnen.

Die DUH setzt sich in ihren Kampagnen unter anderem gegen sogenannte Rückwürfe ein. Gefangene Meerestiere, die zu klein oder aus anderen Gründen nicht für den Verkauf geeignet sind, müssen laut Gesetz als Beifang mit an Land gebracht und auf die Fangquoten angerechnet werden.

Dennoch kommt es weiterhin zu illegalen Rückwürfen. Außerdem fordert die DUH die Installation eines transparenten Fangquoten-Systems, das umweltschonende Fischereibetriebe fördert. Laut der Umweltschutzorganisation sollen Meeresschutzgebiete in Nord- und Ostsee nicht nur auf dem Papier bestehen.