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Das nur etwa zwei Zentimeter große Gecko, das Forscher jetzt erstmals im usbekischen Farganatal entdeckten, hat gegenwärtig noch keinen Namen. Succow-Stiftung
Artenstudie

Neuer Mini-Gecko in Usbekistan entdeckt

In Usbekistan ist nach Angaben der Greifswalder Succow-Stiftung eine neue und winzig kleine Gecko-Art entdeckt worden. Experten der Stiftung arbeiten nun an einer Artenstudie.
Greifswald

Kaum entdeckt und schon vom Aussterben bedroht: Naturforscher haben im Ferganatal, einem bedrohten Schutzgebiet im Osten Usbekistans, eine neue Gecko-Art entdeckt. Das bis dato unbekannte Schuppen-Kriechtier sei kaum größer als ein Daumennagel, sagt Rustam Murzakhanow, der gegenwärtig im Auftrag der Greifswalder Succow-Stiftung in dem von Besiedlung bedrohten zentralasiatischen Gebiet Forschungsexpeditionen zur Bestandsaufnahme der Flora und Fauna koordiniert.

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Das neu gesichtete Exemplar der Geckoart Alsophylax sp. habe noch nicht einmal einen Namen, sagte der Experte. Und auch über die genaue Bestandsdichte der Art sei nichts bekannt. Klar sei nur, dass ihr Lebensraum in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch geschrumpft sei.

Genetische Analysen bestätigten inzwischen, dass der neue Vertreter verwandt sei mit dem Kaspischen Geradfingergecko (Alsophylax pipiens) und dem Südlichen Geradfingergecko (Alsophylax laevis). Da diese beiden Arten aber in erheblicher Entfernung zum aktuellen Fundort vorkämen, sei wahrscheinlich, dass die neue Gecko-Art hochspezialisiert und an ihren lokalen Lebensraum gebunden und somit endemisch ist.

Das usbekische Ferganatal ist ein Gebiet, das immer mehr durch kleine Siedlungen und Verkehrsinfrastruktur zerschnitten wird. Wegen seiner fruchtbaren Böden gehört es zu den gefragtesten Besiedlungsgebieten im sonst kargen und von Wüsten- und Halbwüsten geprägten Usbekistan.

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Mit der Zunahme der Bevölkerung würden ursprüngliche Lebensräume immer weiter zurückgedrängt, teilte die von dem Greifswalder Forscher und Träger des Alternativen Nobelpreises, Professor Michael Succow, gegründete Stiftung mit. Die Stiftung will für das Ferganatal ein Schutzkonzept erstellen, das Wirtschaftsansätze und Wildnisentwicklung gleichermaßen berücksichtigen soll. Mit internationaler Unterstützung werden dafür gegenwärtig mehrere Expeditionen durchgeführt, um die Bestände der Tier- und Pflanzenwelt in der Region aufzunehmen.

 

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