FRISEURE DÜRFEN ÖFFNEN

Nur Haare-Schneiden ist in Corona-Krise nicht mehr drin

Wochenlang mussten Friseure in Deutschland schließen. Ab dem 4. Mai dürfen sie wieder öffnen – unter vielen Auflagen, die für Kunden ungewohnt sein werden.
dpa
Maskenpflicht für alle: Wer im Friseursalon bedient werden möchte, muss einen Mundschutz tragen.
Maskenpflicht für alle: Wer im Friseursalon bedient werden möchte, muss einen Mundschutz tragen. Georgios Kefalas
Haarewaschen ist jetzt verpflichtend.
Haarewaschen ist jetzt verpflichtend. ROBERT MICHAEL
Berlin.

Zur Wiedereröffnung der Friseursalons in Deutschland nach der wochenlangen Zwangspause in der Corona-Krise rechnet das Handwerk mit einem Kundenansturm. „Es wird einfach einen Run geben”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller. Wegen der Auflagen können aber weniger Menschen gleichzeitig bedient werden. So müssen laut Müller etwa viele Salons wegen des vorgeschriebenen Mindestabstands mit weniger Stühlen auskommen.

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Mit den Vorgaben wird außerdem das Haarewaschen für alle Kunden Pflicht. So sollen mögliche Viren in den Haaren abgetötet werden. Die Friseure müssen sich Müller zufolge deshalb auf mehr Zeit pro Kunden einstellen. Auch das führe dazu, dass weniger Kunden bedient werden können. Der Vorsitzende der Hamburger Friseur-Innung, Birger Kentzler, verwies darauf, dass diese Maßnahme Kunden abschrecken werde: „Es gibt einen Haufen Leute, die wollen das Waschen der Haare im Salon nicht bezahlen.”

Keine „gesichtsnahen Dienstleistungen”

Kunden werden sich auch auf einige Abstriche einstellen müssen. „Gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden”, heißt es in den Vorgaben. Das trifft etwa die auf Bärte spezialisierten Barber besonders. Sie können in Zukunft nur Herrenhaarschnitte anbieten.

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Und auch die restlichen Salons werden nach Ansicht des Verbands Auswirkungen der Auflagen auf ihren Umsatz spüren. Die vorgeschriebenen Einmalhandschuhe und Mundschutze seien etwa aufgrund der hohen Nachfrage zurzeit teuer, und das belaste die Betreiber, sagte Müller.

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Angesichts immenser Einnahmenausfälle während der Zwangspause prognostiziert der Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg eine Marktbereinigung in der Branche. „Von Insolvenz sind insbesondere Betriebe ohne Rücklagen bedroht”, sagte Landesgeschäftsführer Matthias Moser.

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