FRÜHGEBURT

Ole ist erster Kegelrobben-Heuler der Saison

Die Seehundstation Friedrichskoog hat den ersten Heuler der Saison vorgestellt. Seine Mutter war laut Stationsleiterin offenbar ein „Brexit-Flüchtling”.
dpa
Die Kegelrobben-Frühgeburt Ole ist der erste Heuler der Saison.
Die Kegelrobben-Frühgeburt Ole ist der erste Heuler der Saison. Frank Molter
Tierärztin Ulrike Meinfelder füttert die Kegelrobben-Frühgeburt Ole.
Tierärztin Ulrike Meinfelder füttert die Kegelrobben-Frühgeburt Ole. Frank Molter
Ob der Fisch der kleinen Kegelrobbe schmeckt?
Ob der Fisch der kleinen Kegelrobbe schmeckt? Frank Molter
31.10.Ole wurde bislang im Quarantänebereich der Seehundstation gehalten.
Ole wurde bislang im Quarantänebereich der Seehundstation gehalten. Frank Molter
Ole erblickte in der Nacht zum 11. Oktober auf Helgoland das Licht der Welt. Hier wird er gewogen.
Ole erblickte in der Nacht zum 11. Oktober auf Helgoland das Licht der Welt. Hier wird er gewogen. Frank Molter
Friedrichskoog.

Schleswig-Holsteins erster Kegelrobben-Heuler der Saison heißt Ole. Am Donnerstag präsentierte die Seehundstation Friedrichskoog im Kreis Dithmarschen das 13,9 Kilogramm schwere Tier der Öffentlichkeit. Ole erblickte in der Nacht zum 11. Oktober auf Helgoland das Licht der Welt. „Er war eine Frühgeburt, wog damals 10,1 Kilogramm”, sagte Stationsleiterin Tanja Rosenberger. „Die Mutter kümmerte sich nicht im ihr Junges. Sie war vermutlich ein „Brexit-Flüchtling”.” Denn in Großbritannien beginne die Geburtenzeit der Kegelrobben bereits im September. Die Geburtssaison der hiesigen Tiere startet erst im November.

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Als Heuler werden Rosenberger zufolge nur jene Robbenbabys bezeichnet, die dauerhaft den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben. Das kann unterschiedliche Ursachen haben.

Kegelrobben werden im Winter geboren. Das extrem dichte, weiße Fell schützt den Nachwuchs in den ersten Lebenswochen vor Kälte und Wind. Da es nicht wasserdicht ist, muss die kleine Robbe sich vor ihrem ersten Ausflug in die Nordsee eine isolierende Speckschicht anfuttern. Das schafft sie dank der fetthaltigen Muttermilch in nur drei bis vier Wochen. Ihr Geburtsgewicht von 10 bis 14 Kilogramm hat sich dann auf rund 50 Kilo erhöht.

Außerhalb der Fortpflanzungszeit lebt die Kegelrobbe an verschiedenen Orten der Nordsee. Auf ihrem Speiseplan stehen neben Lachsen, Dorschen und Heringen auch Makrelen und Schollen. Manchmal macht die Kegelrobbe auch Jagd auf Seehunde und Schweinswale. Sie gilt mit ihrem Gewicht von bis zu 300 Kilogramm als größtes Raubtier Deutschlands.

Auch in der Ostsee hat sich der Bestand der Kegelrobben stabilisiert.

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