ÜBERWACHUNG

Ortung von Strafttätern – Polizei verschickt 276.000 „stille SMS”

Mit den unsichtbaren Kurznachrichten können die Beamten den Aufenthaltsort eines Straftäters lokalisieren. Bei Datenschützern kommt diese Methode nicht gut an.
dpa
Die Straftäter merken nichts von ihrer Überwachung. Die SMS wird auf ihrem Handy nicht angezeigt.
Die Straftäter merken nichts von ihrer Überwachung. Die SMS wird auf ihrem Handy nicht angezeigt. Hauke-Christian Dittrich
Berlin ·

Die Berliner Polizei setzt weiter stark auf sogenannte stille SMS zur Lokalisierung von Straftätern oder Verdächtigen. Im laufenden Jahr verschickte die Polizei bis August bereits knapp 276 000 dieser Überwachungs-SMS, die auf dem Empfänger-Handy nicht angezeigt werden, aber dessen Standort verraten können. Im vergangenen Jahr waren es rund 338 000 stille SMS, wie der Senat auf eine Anfrage der Linken antwortete. Dazu kamen einige Hundert stille SMS, die vom Verfassungsschutz verschickt wurden.

Lesen Sie auch: Sexualstraftäter deaktiviert in Stralsund Fußfessel und flieht

Technik bei Datenschützern umstritten

Diese unsichtbaren Kurznachrichten werden von Computerprogrammen automatisch und in kurzen Abständen gesendet. Gerichte müssen das Abfragen der daraus entstandenen Daten durch die Polizei bei den Telefonanbietern genehmigen. Datenschützer finden den Einsatz problematisch.

Welche Programme die Polizei dafür nutzt, wollte der Senat nicht verraten. Das würde „weitgehende Rückschlüsse auf die technischen Fähigkeiten und unmittelbar auf die technische Ausstattung und das Aufklärungspotenzial” von Polizei und Verfassungsschutz zulassen. In den Vorjahren lag die Zahl der verschickten stillen SMS in Berlin etwa zwischen 270 000 und 450 000.

Mehr zum Thema: Staatstrojaner – was droht jetzt?

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Berlin

zur Homepage

Kommentare (2)

Wenigstens hat sich die Polizei noch regelmäßig bei ihren Kunden gemeldet, um sich nach ihren Bedürfnissen zu erkundigen.

2 Sterne.
Für das scheiß Wetter gibt's einen Stern Aufwertung.

... ist Täterschutz.