Ein Holzkreuz zum Gedenken wurde am Tatort bei Kusel aufgestellt.
Ein Holzkreuz zum Gedenken wurde am Tatort bei Kusel aufgestellt. Harald Tittel
Gerichtsurteil

Polizistenmörder von Kusel muss lebenslang ins Gefängnis

Am Tatort sollen 22 frisch geschossene Rehe und Hirsche gelegen haben – der 39-Jährige hat offenbar Polizisten getötet, um Wilderei zu vertuschen.
dpa
Kaiserslautern

Wegen des Mordes an zwei Polizisten Ende Januar 2022 bei Kusel in Rheinland-Pfalz ist der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Landgericht Kaiserslautern stellte am Mittwoch zudem die besondere Schwere der Schuld fest.

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Die Staatsanwaltschaft warf dem Deutschen zweifachen Mord vor. Die Tat habe „Hinrichtungscharakter” gehabt, hatte Oberstaatsanwalt Stefan Orthen in seinem Plädoyer gesagt. Für ihn haben sich die Vorwürfe in dem rund fünfmonatigen Prozess bestätigt. Der 39-Jährige habe die Polizisten getötet, um Jagdwilderei zu verdecken. Zudem sei das Mordmerkmal der Habgier erfüllt: Der Mann habe gefürchtet, das erlegte Wild nicht mehr verkaufen zu können. Im Kastenwagen am Tatort sollen 22 frisch geschossene Rehe und Hirsche gelegen haben.

Was für die besondere Schwere der Schuld sprach

Während für die Staatsanwaltschaft aufgrund der „besonderen Verwerflichkeit„der Tat zudem eine besondere Schwere der Schuld feststand, sprach die Verteidigung nicht von Mord. Aus ihrer Sicht war die Tat „maximal Körperverletzung mit Todesfolge” – und auch nur in einem Fall. Der Hauptangeklagte hatte in dem Prozess ausgesagt, den 29 Jahre alten Polizeikommissar in einer Art Notwehrlage getötet zu haben. Sein damaliger Komplize habe aber die 24 Jahre alte Polizeianwärterin erschossen.

Der Nebenangeklagte hat das stets zurückgewiesen – er ist nicht wegen Mordes angeklagt. Die Anklage glaubt ihm, dass er nicht geschossen haben will. Der Staatsanwaltschaft zufolge hat sich der 33-Jährige aber der Mittäterschaft bei der Jagdwilderei schuldig gemacht. Von Strafe sei jedoch abzusehen, weil der Mann wesentlich zur Aufklärung beigetragen habe, hieß es. Die Männer waren kurz nach der Tat im angrenzenden Saarland festgenommen worden.

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