VERSTÖßE GEGEN CORONA-AUFLAGEN

Quarantäne-Verweigerer (19) in Jugend-Gefängnis

Seit Anfang Februar stehen Extra-Zellen für Quarantäne-Verweigerer in einer Jugendarrestanstalt in Neumünster zur Verfügung. Nun ist eine zum ersten Mal belegt.
dpa
Blick in einen Gang mit Zellenräumen in einem Flügel der Jugendarrestanstalt Moltsfelde. In den sechs Räumen k&
Blick in einen Gang mit Zellenräumen in einem Flügel der Jugendarrestanstalt Moltsfelde. In den sechs Räumen können hartnäckige Verweigerer einer ihnen auferlegten Corona-Quarantäne untergebracht werden. Christian Charisius
Rendsburg ·

Ein 19-Jähriger aus Rendsburg muss die verbleibenden Tage seiner Corona-Quarantäne in einer Einrichtung in Neumünster verbringen. Der Mann habe mehrfach gegen Corona-Auflagen verstoßen, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Er müsse bis Mittwoch dort bleiben. Beamte brachten den jungen Mann am Samstag in die eigenständige Einrichtung auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster. Zuvor hatte der „Holsteinische Courier” darüber berichtet.

Laut der Zeitung kam die seit Anfang Februar zur Verfügung stehende Einrichtung erstmals bei Quarantäne-Verweigerern zum Einsatz. Anfang April sei festgestellt worden, dass der 19-Jährige sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Dennoch habe er sich nicht an die Auflagen gehalten. Er habe Polizisten beleidigt und bepöbelt, die einen nach einem Unfall flüchtigen Mann festnehmen wollten. Dabei habe es sich um einen Freund des 19-Jährige gehandelt.

Auf dem Gelände der Jugendarrestanstalt Moltsfelde ist Platz für bis zu sechs Quarantäne-Verweigerer. Über eine vom Gesundheitsamt verfügte Unterbringung muss letztlich ein Gericht entscheiden. Laut Infektionsschutzgesetz kommt eine sogenannte Absonderung als letztes Mittel in Betracht. Das heißt, jemand muss sich erkennbar weigern, Auflagen einzuhalten, Verstöße müssen nachgewiesen und eine sogenannte Gefährderansprache erfolglos geblieben sein.

Lesen Sie auch: Quarantäne-Brecher auch in MV ein Fall für den Knast?

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Rendsburg

zur Homepage

Kommentare (3)

wie im Krieg - Gefährderansprache...
Dann ist er wohl Terrorist?
Naja, wir werden ja schon lange an diese Sprache gewöhnt mit Zügel anziehen, Lockerungen, Absonderungen usw.

würde er ja möglicherweise nur vom Verfassungsschutz begleitet.

muss fühlen.