LUNGENEXPERTE

Rauchen in der Öffentlichkeit muss verboten werden

In Schleswig-Holstein wird Rauchen an Kinderspielplätzen verboten. Das geht Lungenarzt Matthias Kopp nicht weit genug. Er will rigorosere Verbote. Hat er Recht?
dpa
Schleswig-Holstein plant ein Rauchverbot an Spielplätzen.
Schleswig-Holstein plant ein Rauchverbot an Spielplätzen. Peter Endig
Kiel.

Der Kinder-Lungenarzt Prof. Matthias Kopp vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein hat sich für ein generelles Rauchverbot in der Öffentlichkeit ausgesprochen. „Das Rauchen gehört aus meiner Sicht in allen Bereichen verboten, die öffentlich zugänglich sind”, sagte er. „Dazu zählen nicht nur Spielplätze, sondern in Schleswig-Holstein natürlich auch die Strände an Nord- und Ostsee und Seen, die zugänglich sind.” Nötig sei auch ein Verbot des Rauchens in Autos, weil die Konzentration der Schadstoffe auf engem Raum noch höher ausfalle.

Kinder sind besonders gefährdet

Das vom Parlament geplante Rauchverbot auf Spielplätzen, das der Landtag in dieser Woche beraten will, begrüßte Kopp: „Es wird Zeit.” Ende November beriet der Sozialausschuss des Landtags gleich drei Gesetzentwürfe dazu – je einer von SSW und SPD und einer von CDU, Grünen und FDP. Voraussichtlich wird der Landtag ein umfassendes und ausnahmsloses Rauchverbot auf öffentlichen Spielplätzen beschließen. Kommunen sollen aber nicht verpflichtet werden, entsprechende Verbotsschilder aufzustellen.

Insbesondere für kleine Kinder habe das Passivrauchen erhebliche Auswirkungen, sagte Kopp. „Wir wissen, dass Kinder durch Passivrauchen häufiger unter immer wieder kehrender Bronchitis leiden und dass sie ein deutlich höheres Risiko haben, Asthma zu entwickeln.”

Schäden bis ins hohe Alter möglich

Selbst wenn Raucher für die Zigarette auf den Balkon gingen, übertrügen sich Schadstoffe in Rauchrückständen über die Kleidung, sagte Kopp. „Wenn Kinder dem immer wieder ausgesetzt sind, führt dies zu höheren Risiken für unterschiedliche Erkrankungen.”

Vor allem die Lunge von Kindern sei sehr empfindlich. Beispielsweise könne Passivrauchen die Lungenentwicklung hemmen und damit die Lungenfunktion einschränken, sagte der Forscher. „Jemand, der bis 21 Jahren nicht sein maximales Lungenvolumen erreicht, wird im Alter sehr viel früher Probleme mit den Atemwegen bekommen.” Kopp ist amtierender Präsident der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie.

In Deutschland wird immer weniger geraucht. Obwohl auch in MV die Zahl der Raucher zurückgeht, liegt das Land bundesweit dennoch an der Spitze.

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Kommentare (1)

Statt kläglicher Kompromisse wäre das eine Lösung, um Menschen insbesondere Kinder, vor dem oft unausweichlichen Passivrauchen zu schützen. Raucherzonen funktionieren schlecht - selbst auf dem Klinik Gelände werden zugequalmte Eingänge ignoriert und somit toleriert, dazu kommen Parkplätze,Eingangsbereiche von Supermärkten und anderen Orten- dort gibt es keine Alternative als dann mit zügigen Schritten die Kinder schnell durch die Dunstwolke zu bringen. Da es an Empathie und Mitdenken mangelt wäre ein Verbot hier angebracht - allerdings ist die Politik da eher eine Memme statt mal schnell Tatsachen zu schaffen, die in anderen Ländern ja auch funktionieren - da bricht man sich eben total einen bei ab - kommt gleich nach Silvesterböllerei, Tempolimit, Wolf abschießen und und und ....