Eine kanadische Rettungssanitäterin in der Provinz Alberta wurde dieser Tage zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen. (S
Eine kanadische Rettungssanitäterin in der Provinz Alberta wurde dieser Tage zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen. (Symbolfoto) Ed Jones/AFP
Tragödie

Rettungssanitäterin kümmert sich um sterbende Tochter – und erkennt sie nicht

Eine Jugendliche wird bei einem Unfall schwer verletzt. Während ihrer Bergung wich eine Sanitäterin nicht von ihrer Seite. Wieder daheim, überbrachte die Polizei der Frau eine Todesnachricht.
Calgary

Es ist wohl das Schlimmste, was Eltern passieren kann: Wenn die eigenen Kinder jung sterben. In der kanadischen Provinz Alberta war nun eine Mutter auch noch dabei, als ihre Tochter um ihr Leben kämpfte – und verlor.

Mehr lesen: Kanufahrt von Deutschen in Niederlanden endet tragisch

Wie die Nachrichtenagentur The Canadian Press und Spiegel-Online berichteten, wurde in der vergangenen Woche eine kanadische Rettungssanitäterin in der Provinz Alberta zu einem schweren Verkehrsunfall gerufen. Als Ersthelferin vor Ort versuchte Jayme Erickson fast eine halbe Stunde lang, eine Jugendliche aus einem Auto zu befreien und blieb dann bei ihr, bis es in ein Krankenhaus nach Calgary geflogen wurde. Schon zu diesem Zeitpunkt ging sie davon aus, dass das Mädchen die Verletzungen vermutlich nicht überleben würde.

Was sie zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht wusste: Sie kümmerte sich um ihre eigene 17-jährige Tochter, die sie aufgrund der Schwere der Verletzungen einfach nicht erkannte.

Mehr lesen: Bautrupp verunglückt auf Landstraße – zwei Tote

Als die Mutter einige Stunden später, nach dem Ende ihrer Schicht, nach Hause kam, stand plötzlich die Polizei vor ihrer Tür. Die Beamten teilten ihr mit, dass ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen sei.

Die Frau veröffentlichte das Geschehene auf ihrem Facebook-Account: „Die schwer verletzte Patientin, um die ich mich gerade gekümmert hatte, war mein eigen Fleisch und Blut. Mein einziges Kind. Mein Mini-Ich. Meine Tochter, Montana”, schrieb die schockierte Mutter. „Obwohl ich dankbar für die 17 Jahre bin, die ich mit ihr verbringen durfte, bin ich erschüttert und frage mich: Was wäre aus dir geworden, mein kleines Mädchen? Wer wärst du gewesen?”

Laut Medienberichten war ihre Tochter mit einer Freundin auf der eisigen Landstraße unterwegs. Diese habe die Kontrolle über den Wagen verloren und es kam zu einer Kollision mit einem entgegenkommenden Lastwagen. Die Fahrerin konnte das Fahrzeug verlassen, aber die Beifahrerin, die Tochter von Jayme Ericksons, war eingeklemmt.

Mehr lesen: 33-Jähriger tot: Tragödie am Uckersee macht fassungslos

Was der Mutter nach dem Tod zumindest ein kleines bisschen Trost spendet: Mit zwei Organen konnte ihre Tochter immerhin das Leben anderer retten. „Wir sind so glücklich, dass unser kleines Mädchen durch andere weiterlebt und dass sie nach dieser Tragödie anderen Menschen das Leben gerettet hat.”

zur Homepage